Dieses Foto schockte die Welt

28. April 2011 - 11:26 Uhr

China: Happy-End für Ketten-Jungen

Dieses Foto ging um die Welt: ein kleines Kind in Ketten. Der zweijährige Jingdan steht vor einem Supermarkt in Chinas Millionenhauptstadt Peking - und das stundenlang. Denn erst wenn sein Vater Chuanliu mit seinem Job fertig ist, kettet er den Kleinen wieder los. Der Grund: Unbekannte hatten seine vierjährige Tochter Jinghong entführt. Aus Angst, das gleiche könnte auch Jingdan passieren, legt Chuanliu seinen Sohn während der Arbeit in Ketten.

Seine Frau sei zu krank, um auf den Kleinen aufzupassen, erklärte Chuanliu. Er behauptete, dass die Ketten Jingdan nichts ausmachen würden. Trotzdem: nach Veröffentlichung dieser Bilder hatten die Behörden angeordnet, dass die Ketten weg müssen.

Kindergarten nimmt Jingdan auf

RTL-Korrespondentin Pia Schrörs berichtete schon damals über den Jungen. Jetzt, ein Jahr später, hat sie den inzwischen Vierjährigen noch einmal besucht und festgestellt: im vergangenen Jahr hat sich einiges im Leben von Jindan verändert.

Durch die Medien wurde die Leitung eines örtlichen Kindergartens auf das tragische Schicksal des Jungen aufmerksam. Seinem Vater wurde angeboten seinen Jungen kostenlos in Obhut zu nehmen - der nahm das Angebot dankend an. "Als der Junge zu uns kam war er sehr verwahrlost. Er konnte uns nicht verstehen und wollte nicht spielen. Bis heute spricht er kein Wort", erzählt eine Betreuerin im Kindergarten.

Normalerweise kostet die private Kinderbetreuung rund 30 Euro pro Monat, das kann Chuanliu sich als Rikschafahrer nicht leisten. Jingdan darf den Kindergarten nun drei Jahre lang besuchen, danach soll versucht werden ihm auch eine Schulausbildung zu ermöglichen.