„Selbstverständlich habe ich einen Fehler gemacht“

Lehrer quälte seine Schüler mit unerträglichen Pieps-Geräuschen

10. Dezember 2019 - 14:26 Uhr

Eine fragwürdige „Erziehungsmethode“

Wenn seine Schüler sich  im Unterricht danebenbenahmen, griff ein Hamburger Lehrer (49) zu einem drastischen Mittel: Er spielte schrille Hochfrequenztöne mit einer Handy-App ab. Der Ton war für einige Schüler so unerträglich, dass sie ihre Eltern informierten. Dem Physiklehrer war nach eigenen Aussagen nicht bewusst, wie sehr er seine Schüler mit den Tönen gequält hatte.

Aber wie kommt jemand dazu, mit so einem extremen Mittel für Ruhe sorgen zu wollen? Der Lehrer für Physik und Chemie, selbst Vater von drei Kindern, hat dafür eine simple, aber erstaunliche Erklärung. Im Video spricht er über seine fragwürdige Erziehungsmethode und führt uns vor, mit welchem unerträglichen Geräusch er in seiner Klasse für Ruhe gesorgt hat.

„Das kann man auch als Quälerei bezeichnen"

Ein Piepsen, so schrill und hoch, dass es beim Anhören weh tut. Der Piepton, der aus der Handy-App des Lehrers tönte, ist vor allem eins: extrem nervig. Vor allem für Jugendliche. Denn die können solche hochfrequenten Töne sehr viel besser hören als Erwachsene. "Das war echt unangenehm im Ohr", "Wenn man laut war, war da wie so eine Art Fiepen im Ohr" – das berichten auch Schüler des Gymnasium im Hamburger Stadtteil Ohlstedt, an dem der beschuldigte Lehrer tätig war. Sechs Jahre unterrichtet der 49-Jährige schon als Lehrer. Mehrfach soll er das unangenehme Geräusch im Unterricht abgespielt haben, um seine Schüler zur Räson zu bringen.

Dass das Geräusch nicht nur unangenehm ist, sondern durchaus auch eine Gefahr für die Gesundheit darstellen kann, bestätigt auch Allgemeinmediziner Ilker Aydin. Er ist fassungslos über die "Erziehungsmethoden" des Piep-Lehrers: "Laute, schrille Töne, denen wir auch sonst nicht ausgesetzt sind, halten wir normalerweise auch nicht lange aus. Das kann man auch als Quälerei bezeichnen." Im schlimmsten Fall entstehen durch die schrillen Geräusche Hörschäden. 

Für viele Schülerinnen und Schüler war die Pieps-Methode des Lehrers so unerträglich, dass sie Kopfschmerzen bekamen. Erst als sich die Eltern an die Schulleitung wendeten und Anzeige bei der Polizei erstatteten, wurde reagiert. Der Lehrer bereut sein Verhalten mittlerweile. Im Video erklärt er, warum er zu so drastischen Methoden griff – und was er aus dem Vorfall gelernt hat. Mittlerweile ist sein befristeter Vertrag am Gymnasium Ohlstedt abgelaufen. Er arbeitet inzwischen an einer neuen Schule. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.