Versicherung sollte nicht nur gegen Diebstahl schützen

Diesen Schutz brauchen E-Bike-Besitzer!

E-Bikes werden immer beliebter.
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24. November 2020 - 12:33 Uhr

Welche Versicherung brauche ich?

E-Bikes werden immer beliebter: Bereits jeder neunte Deutsche besitzt ein Rad mit integriertem Motor. Doch wer solch ein Bike besitzt wird wissen: Wirklich günstig sind E-Bikes nicht. Lohnt es sich also, eine Fahrradversicherung abzuschließen? Oder genügt die Mitversicherung über die Hausratversicherung? Und was ist im Fall der Fälle überhaupt mitversichert?

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Die Nachfrage nach E-Bikes steigt stetig

Radfahren ist beliebt: Viele Menschen nutzen das Rad für den Weg zur Arbeit, für Einkäufe oder in der Freizeit. Die Nutzung von E-Bikes steigt dabei stetig: So hat sich die Zahl der Privathaushalte, die mindestens ein E-Bike besitzen, in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht – von 1,5 auf 4,3 Millionen.

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Leider ist aber auch die Zahl der Fahrraddiebstähle hoch: So wurden in Deutschland im Jahr 2019 knapp 280.000 Fahr­raddiebstähle ange­zeigt. Eine Diebstahlversicherung kann also – je nach Wohnort – durchaus sinnvoll sein. Doch welche ist die richtige?

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1. Versicherungsmöglichkeit: Mitversicherung über die Hausratversicherung

Wer sein Fahrrad versichern möchte, kann dies entweder über die Hausratversicherung tun oder aber eine eigene Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung abschließen.

Wer schon eine Hausratversicherung besitzt, kann diese um den Schutz seines Rads gegen Diebstahl außer­halb von Haus, Wohnung und Garage erweitern. Der dafür erhobene Zusatzbeitrag richtet sich nach dem Preis der Fahrrads und dem regionalen Diebstahlsrisiko. Dieses Risiko ist in Großstädten erwiesener Maßen höher als in ländlichen Regionen.

Nachteil: Über eine Hausratversicherung kann lediglich Diebstahl abgesichert werden.

2. Versicherungsmöglichkeit: Eigene Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung

Vor allem für Menschen, die teure Räder wie E-Bikes besitzen, kann sich der Abschluss einer separaten Fahrradversicherung lohnen. So bietet eine E-Bike-Versicherung neben dem Diebstahlschutz je nach gewähltem Tarif auch eine Absicherung für viele weitere Schäden. Dazu zählen etwa Vandalismus, Elektronikschäden, Unfallschäden, Pannen und Verschleiß.

Vergleich der Policen lohnt sich

Für alle, die viel mit dem E-Bike unterwegs sind und regelmäßig auch längere Strecken fahren, können bestimmte Schutzbrief-Leistungen sinnvoll sein. Dazu zählen je nach E-Bike-Versicherungsanbieter eine Pannenhilfe vor Ort, ein Abschleppdienst, Weiterfahrt mit Bahn oder Taxi oder auch eine Übernachtung im Notfall.

Das eine entsprechende Pannenhilfe vor Ort durchaus sinnvoll sein kann, belegt der Fall eines 20-Jährigen, der nach einer nächtlichen Panne mit seinem E-Bike erfroren ist, weil er den Weg zu Fuß nach Hause nicht hat bewältigen können.

Für welche Räder kann man eine Fahrradversicherung abschließen?

Grundsätzlich können Sie für alle nicht zulassungspflichtigen E-Bikes und Pedelecs ohne Versicherungskennzeichen mit einer Tretunterstützung bis maximal 25 km/h eine Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung abschließen. Sie werden juristisch wie Fahrräder behandelt.

Für zulassungspflichtige E-Bikes und Pedelecs beziehungsweise S-Pedelecs – die 26 km/h bis 45 km/h fahren - benötigen E-Bike-Fahrer mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung. Und für die Nutzung im Straßenverkehr muss eine Mopedversicherung abgeschlossen werden.

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Was kostet eine E-Bike-Versicherung?

Die Kosten für eine E-Bike-Versicherung variieren stark – abhängig vom jeweiligen Versicherer, dem Neupreis der versicherten Bikes und den Leistungen, die mitversichert sind.

Für eine Vollkaskoversicherung für ein neu gekauftes E-Bike oder Pedelec mit einem Kaufpreis von 2.500 Euro sollten Sie mit einem Jahresversicherungsbeitrag von etwa 80-90 Euro rechnen. Hier kann sich ein Vergleich der verschiedenen Tarife und Versicherer lohnen.

Mit diesen Tipps beugen Sie Diebstahl vor

In jedem Fall gilt: Grundsätzlich kommt die Versicherung nur dann für einen Schaden auf, wenn das Fahrrad zum Zeitpunkt des Diebstahls durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert war. Ein hochwertiges Schloss bietet also den besten Diebstahlschutz überhaupt. Dabei sollte der Preis für das gewählte Schloss in etwa 10 Prozent des Kaufpreises des Fahrrads ausmachen.

Ansonsten sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Schließen Sie Ihr Rad immer irgendwo fest und sichern Sie es nicht nur in sich selbst. Sonst machen Sie es Dieben leicht, die Ihr Rad in wenigen Sekunden in ihren Transporter laden und weg sind.
  • Stellen Sie Ihr Rad an gut einsichtigen, möglichst hellen und belebten Stellen ab.
  • Schützen Sie Ihr Rad mit einem GPS-Tracker. Auf diese Weise können Sie im Fall eines Diebstahls die Position des Rades ermitteln, welche die Tracker aufzeichnen. Sie werden beispielsweise in den Fahrradrahmen einlaminiert oder können in Zubehör wie Flaschenhalter oder Rücklichter integriert werden.
  • Füllen Sie einen Fahrradpass – analog oder per App – aus. Vor allem die Rahmennummer erleichtert es der Polizei, das Rad im Schadensfall wiederzufinden.
  • Fotografieren Sie Ihr Fahrrad. Auch dies kann der Polizei im Fall der Fälle helfen, Ihr Rad wiederzufinden.