2018 M10 17 - 14:31 Uhr

Verfahren ging nicht um die Schädigung des Verbrauchers

Es mag erstmal ein Gefühl der Genugtuung ausgelöst haben: Audi muss wegen der Schummelei beim Diesel tief in die Tasche greifen, 800 Millionen Euro sind fällig. Das Geld geht an die bayerische Landeskasse. Falls ein Audi-Diesel-Besitzer gehofft hatte, etwas von diesem Geld zu sehen, stand er auf aussichtslosem Posten. In dem Verfahren ging es nicht es ging nicht um die Schädigung der Verbraucher. Audi muss zahlen wegen "Abweichungen von den regulatorischen Vorgaben" bei bestimmten Dieselmotoren.

Bayerns Justizminister ist für Weitergabe des Geldes an die Verbraucher

Audi ist in Bayern ansässig, somit geht das Geld an den Freistaat. Schon die Geldbuße von einer Milliarde Euro, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig in derselben Angelegenheit gegen VW verhängt hatte, ging an das Land Niedersachsen. Um die Verteilung hatte es anschließend einen erbitterten Streit gegeben.

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) forderte deshalb nach dem aktuelle Urteil: "Geldbußen, die unsere Staatsanwaltschaften gegen Unternehmen verhängen, müssen künftig unmittelbar auch den Geschädigten zugutekommen. Es darf nicht weiter sein, dass Geldbußen gegen Unternehmen ausschließlich dem Staatshaushalt zufließen."

Chance der Verbraucher auf Entschädigung sind gestiegen

Verbraucherschützer verlangten ebenfalls, das Geld für die Geschädigten zu verwenden. Die 800 Millionen Euro sollten für die Nachrüstung von Abgas-Hardware verwendet werden, schlug der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, vor.

Dass die von Audi gefordert Strafe laut geltendem Recht an das Land Bayern geht, bedeutet jedoch nicht, dass die Dieselfahrer leer ausgehen. Die Tatsache, dass Audi zahlen will, "könnte in einem Gerichtsverfahren als starkes Indiz gewertet werden", sagte Müller dem Tagesspiegel. Der VZBV will am 1. November eine Musterfeststellungsklage gegen VW einreichen und so Kunden zu Schadensersatz verhelfen.