Viele Dieselfahrer fahren einfach weiter in die Umweltzonen

Dieselfahrverbot- wen juckt`s? Tausende Verstöße gemeldet

Viele Diesel-Fahrer pfeifen aber auf die Vorgaben und fahren weiter durch die Umweltzonen in deutschen Städten.
© dpa, Marijan Murat, mut cul bwe jai pil uk

27. Januar 2020 - 11:44 Uhr

Umweltsünder mit Diesel-Motor werden durch Polizeikontrollen in Umweltzonen ertappt

In einigen deutschen Städten gelten Fahrverbote für Dieselautos, um die Grenzwerte für das von Dieselmotoren ausgestoßene giftige Stickoxid einzuhalten. Viele Diesel-Fahrer pfeifen aber auf die Vorgaben und fahren weiter durch die Umweltzonen in deutschen Städten: So sind bei Kontrollen der Dieselfahrverbote in vier deutschen Städten bislang mehr als 15.000 Verstöße festgestellt worden.

Ertappt werden die Umweltsünder meistens aber nicht bei Dieselkontrollen. Stattdessen fallen sie dann auf, wenn die Polizei sie sowieso schon zum Beispiel wegen falschen Parkens oder zu schnellen Fahrens erwischt. In solchen Fällen kann sie dann auch gleich überprüfen, ob das Auto auf dieser Straße fahren durfte.

1,6 Millionen Bußgelder für Verstöße gegen Diesel-Fahrverbot verhängt

Die meisten Autofahrer wurden in Darmstadt und Stuttgart ertappt, wie Anfragen bei den zuständigen Behörden ergaben. Stuttgart ist die einzige Stadt in Deutschland, in der für ältere Diesel ein Fahrverbot in der gesamten Stadt gilt. In Darmstadt, Hamburg und Berlin ist nur die Durchfahrt durch einzelne Straßen nicht gestattet.

In Stuttgart kostet ein Verstoß 80 Euro plus Gebühren, insgesamt 108,50 Euro. Dasselbe Bußgeld wird in Darmstadt fällig. In Berlin beträgt das Verwarn- oder Bußgeld 20 Euro für Pkw, 25 Euro für Busse und 75 Euro für Lkw. In Hamburg sind 25 Euro für Pkw und 75 Euro für Lkw zu zahlen.

Die Summe der verhängten Bußgelder beläuft sich inklusive Gebühren auf etwa 1,6 Millionen Euro, wobei noch nicht feststeht, wie viele der Bußgeldbescheide am Ende rechtskräftig sein werden. Manche Fahrer konnten später eine Ausnahmegenehmigung oder sonstige triftige Gründe anführen, um das Bußgeld abzuwenden.