Diesel-Abgase: Umweltbundesamt will zwei blaue Plaketten

06. März 2018 - 22:21 Uhr

Widerstand aus dem Verkehrsministerium gegen Diesel-Fahrverbote

An der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zu Fahrverboten für Dieselfahrzeuge können sich Politik, Autoindustrie und Verbraucher wohl noch eine Weile abarbeiten. Die Präsidentin des Umweltbundesamt, Maria Krautzberger, will eine gestaffelte Lösung für Fahrverbote in Innenstädten. Sie schlägt zwei blaue Plaketten vor. Beim designierten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) löst der Vorschlag keine Begeisterung aus.

Hellblaue und dunkelblaue Plaketten als Lösung für Diesel-Autos

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger. Foto: Stephanie Pilick/Archiv
Maria Krautzberger will den Kommunen Spielraum geben.
© DPA

Krautzberger schlägt in der 'Süddeutschen Zeitung' eine hellblaue Plakette für nachgerüstete Euro-5-Diesel und bereits zugelassene Autos der Euro-6-Norm vor. Diesel-Fahrzeuge die deutlich weniger Stickstoffoxide ausstoßen und eine Euro 6d-Abgasstufe haben, könnten dann eine gesonderte, dunkelblaue Plakette erhalten. Je nach Vorgabe und Schadstoffbelastung, könnten Kommunen dann entscheiden, welche Autos mit blauen Plaketten auf ihren Straßen zulässig wären. Städte in denen der Stickoxid-Grenzwert besonders deutlich überschritten wird, müssten dann dunkelblaue Plaketten vorschreiben.

CSU gegen blaue Abgas-Plaketten

Andreas Scheuer, bald Verkehrsminister
Gegen blaue Abgas-Plaketten: Andreas Scheuer.
© imago/ZUMA Press, Sachelle Babbar, imago stock&people

Die CSU ist gegen die Einführung von blauen Abgas-Plaketten. Der designierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer forderte in der 'Passauer Neuen Presse' eine "Versachlichung der Debatte". Zwar wolle auch er die Stickoxid-Belastung senken und die Luft verbessern, doch auf Fahrverbote möchte er dabei verzichten. "Die blaue Plakette ist fachlich begründet falsch", kritisierte er den Vorschlag aus dem Umweltbundesamt. Vielmehr wolle er Autobauer und Kommunen an einen Tisch holen, um eine gemeinsame Lösung zu suchen. Fahrverbote wären laut Scheuer eine "Quasi-Enteignung".

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