Diese 'alkoholfreien' Lebensmittel enthalten versteckten Alkohol

19. September 2017 - 16:24 Uhr

Alkohol steckt auch in Obst, Süßwaren und Fertiggerichten

Schlagerstar Anna-Maria Zimmermann postete hochschwanger ein Bild von sich und einem Glas Bier - natürlich sei das alkoholfrei, wie sie schreibt. Und trotzdem gibt es einen Shitstorm, weil viele anmerken, dass auch alkoholfreies Bier Alkohol enthalte. Doch wieviel Alkohol steckt wirklich in alkoholfreiem Bier und in anderen Lebensmitteln, in denen man ihn nicht vermuten würde?

Verbraucherschützer fordern deutliche Hinweise auf Alkoholgehalt

Studioaufnahme von Bananen. Aufnahme vom 23.11.2008. Foto: David Ebener dpa/lnw +++(c) dpa - Report+++
Selbst vor Bananen macht Alkohol keinen Halt
© picture-alliance/ dpa, David Ebener

Natürlich sind im alkoholfreien Bier lange nicht so viel Promille, wie in normalem Bier. Bis zu 0,5 Prozent Alkohol sind erlaubt, denn in Deutschland gilt: Alles, was mehr als 0,5 Prozent enthält, muss gekennzeichnet werden. Allerdings gibt es laut dem Verbraucherschutzverein 'Foodwatch' Kennzeichnungslücken, die sich nicht nur auf Lebensmittel beziehen, die einem Gärprozess unterliegen wie beispielsweise Apfelsaft, Obst oder Sauerkraut, sondern auch dann entstehen, wenn Lebensmittel beim Bäcker oder in Restaurants angeboten werden. Denn für 'lose' Lebensmittel gibt es keine Deklarationsvorgaben. Und als Zutat muss Alkohol nicht erwähnt werden, wenn er als Trägerstoff verwendet wird. Beim Bier gibt es mittlerweile Ausnahmen, die wirklich nur 0,0 Prozent Alkohol enthalten.

5 reife Bananen haben in etwa so viel Alkohol wie ein kleines Glas Bier

Ein bunter Haufen verschiedener Süßigkeiten
Alkohol in Süßigkeiten? Bei den Verbraucherzentralen gibt es Listen, die genau darüber informieren, in welchen Produkten Alkohol enthalten ist.

Alkoholfreies Bier, Suppe mit Weißweinnote und Wein-Sauerkraut, aber auch Toast und Apfelsaft können also Alkohol enthalten - in sehr geringen Mengen. Er entsteht beim natürlichen Gärprozess. Wie bei Obst: Fünf reife Bananen haben in etwa so viel Alkohol wie ein kleines Glas Bier. Alkohol durch Gärung muss der Hersteller nicht angeben.

Anders ist das bei vielen Fertiggerichten wie Kuchen, Hühnerfrikassee oder Desserts. Dort steht zwar im Kleingedruckten, dass Alkohol enthalten ist, aber wer vermutet ihn schon in Süßwaren, Schokolade oder Soßen, die auch Kinder gerne essen? Die 'Verbraucherzentrale' fordert daher einen deutlichen Hinweis des Alkoholgehalts auf der Vorderseite einer Verpackung.    

Je mehr ein Produkt verarbeitet wurde, desto eher ist Alkohol enthalten

Geringe Mengen Alkohol machen zwar nicht betrunken, sie führen aber zu einer Gewöhnung an den Geschmack. In der Regel gilt: Je mehr ein Produkt verarbeitet wurde, desto eher ist Alkohol enthalten. Lesen Sie sich deshalb genau die Inhaltsstoffe durch. Bei den Verbraucherzentralen gibt es Listen, die genau darüber informieren, in welchen Produkten Alkohol enthalten ist.