„Greta hat uns beschleunigt“

Die wichtigsten Momente aus der Bundespressekonferenz mit Angela Merkel

19. Juli 2019 - 15:53 Uhr

24. Mal in der Bundespressekonferenz

Der Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz in Berlin hat bereits Tradition: Zum 24. Mal stellte sich Merkel dort den Fragen der Journalisten. Einige Momente zum Schmunzeln gab es auch dieses Mal. RTL.de hat die wichtigsten (und lustigsten) Momente zusammengefasst.

„Spahn schafft ne‘ Menge weg“

Für einen etwas unfreiwilligen Lacher sorgte die Bundeskanzlerin, als sie über Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: "Ich arbeite sehr gut mit Jens Spahn zusammen – er schafft eine Menge weg, wenn ich das mal so sagen darf." Die Journalisten lachten, Merkel schaute ein wenig irritiert – offenbar hatte sie es gar nicht lustig gemeint.

Vom RTL/n-tv-Reporter wurde die Bundeskanzlerin nach ihren Urlaubsplänen gefragt. Sie antwortete, dass sie ihre Zeit auch mal ohne öffentliche Termine verbringe. Weiter sagte Merkel: "Ich bin immer im Dienst. Wenn was ist, ich bin immer erreichbar."

Greta und Klima

Eine Journalistin fragte die Kanzlerin, inwieweit die Klimaproteste von Greta Thunberg und "Fridays for Future" die Politik der Regierung beeinflusst hätten. Merkel: "Sie haben uns sicherlich zur Beschleunigung getrieben." Weiter: "Die Ernsthaftigkeit mit der Greta, aber auch viele andere junge Leute, darauf hinweisen, dass es um ihr Leben geht und ihre Lebensperspektive eine weitaus längere ist, die hat uns dazu gebracht, entschlossener an die Sache heranzugehen."

Gesundheit der Kanzlerin

Auch nach ihrer Gesundheit wurde die Kanzlerin in der Pressekonferenz gefragt. Zuletzt hatte Merkel bei drei öffentlichen Auftritten gezittert. Dazu sagte sie heute: "Ich verstehe die Fragen nach der Gesundheit und habe darauf ja auch geantwortet." Weiter betonte die Kanzlerin, dass es hier um die Handlungsfähigkeit gehe und sie ihre Funktion ausüben könne. "Als Mensch habe ich auch persönlich ein hohes Interesse an meiner Gesundheit. Denn 2021 ist der Abschluss meiner politischen Arbeit, aber dann hoffe ich, dass es noch ein weiteres Leben gibt und das würde ich auch gerne gesund weiterführen", sagte Merkel mit einem Lächeln.

Aussagen von Trump „konterkarieren Stärke Amerikas“

Angela Merkel bei der Bundespressekonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei der Bundespressekonferenz den Fragen der Journalisten gestellt.
© imago images / Jens Jeske, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump waren ebenfalls ein Thema. Zunächst antwortete sie unkonkret, wurde dann aber deutlicher. Merkel sagte, dass diese Äußerungen "die Stärke Amerikas konterkariert." Diese Stärke liege gerade darin, dass die USA ein Land seien, "in dem Menschen ganz unterschiedlicher Nationalität zur Stärke dieses Volkes beigetragen haben".

US-Präsident Trump hatte zuletzt mehrere demokratische Abgeordnete (teilweise mit Migrationshintergrund), dazu aufgefordert, dahin zurückzukehren, wo sie hergekommen sind. Bei den vier Frauen handelt es sich um Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley. Alle vier sind US-Bürgerinnen. Ocasio-Cortez, Tlaib und Pressley wurden in den USA geboren - Omar in Somalia, später wurde sie in den USA eingebürgert.

Am Ende der Pressekonferenz hakte ein weiterer Journalist nach und fragte, ob sich die Kanzlerin solidarisch fühle mit den angegriffenen Frauen. "Ja", sagte sie zunächst. Dann deutlicher: "Ich distanziere mich davon entschieden.".

EU und Ursula von der Leyen

Auf die Frage, welche Personalentscheidung (Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Verteidigungsministerin oder Ursula von der Leyen als EU-Chefin) für die Kanzlerin die wichtigere gewesen sei, sagte sie: "Die eine Personalie hat ja die andere erst möglich gemacht."

Sichtbar war in diesem Moment, dass es die Kanzlerin besonders gefreut haben muss, dass mit Ursula von der Leyen die erste Frau an die Spitze der EU tritt. Merkel: "Wenn man mit ein bisschen Abstand darauf schaut, dann sind die Wege dahin natürlich etwas unvorhersehbar gewesen. Aber dass Deutschland jetzt mal wieder einen Kommissionspräsidenten, und in diesem Fall eine Präsidentin stellt, das ist schon etwas, was mich positiv bewegt."