Die Waffengesetze in den USA sind eine Einladung zum Mord

05. Oktober 2017 - 14:53 Uhr

Mehr Waffen bedeuten nicht mehr Sicherheit

59 Tote und 500 Verletzte. Stephen Paddock, ein einzelner Täter, tötete auf einem Country-Konzert 58 Menschen, erschoss sich selbst und verletzte 500. Wo? Natürlich in den USA. Wie nach diesem schrecklichen Ereignis in Las Vegas die Waffenlobby inklusive US-Präsident Donald Trump immer noch sagen kann, mehr Waffen bedeuteten mehr Sicherheit, ist unserem Autor schlichtweg ein Rätsel. Wenn sich an den Waffengesetzen jetzt nichts tue im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dann wohl nie, glaubt Oliver Scheel.

US-Politik hat sich an die Waffenlobby verkauft

Es sind die ewig alten Reflexe, die nach jeder größeren Schießerei oder einem der Amokläufe in den USA zum Tragen kommen. Die laxen Waffengesetze müssen endlich verschärft werden, sagen die einen. Nein, im Gegenteil, die vielen Waffen bedeuten eine zusätzliche Sicherheit", sagen die anderen. So oder so – klar ist: Wenn ein Land gleich mehrfach pro Jahr von Amokläufern heimgesucht wird, dann scheint da etwas grundlegend schief zu laufen. Und deshalb kann es ein 'Weiter so' in den USA nicht geben. Das muss auch der Waffenlobby klar sein.

Ein Land, in dem auf 100 Einwohner 89 Waffen kommen, ein Land, das über mehr Waffengeschäfte verfügt als über Supermärkte, ein Land, das einen Präsidenten hat, der Hass und Zwietracht sät, das kann nicht gesund sein. Das Argument, mehr Waffen bedeuten mehr Sicherheit ist schlichtweg Blödsinn. Oder wer schaltete den Täter in Las Vegas aus? Einer, der zufällig mit seiner geladenen Kanone vorbeikam? Nein. Der Täter richtete sich selbst.

Und wer tötete den Amokläufer Adam Lanza, der im Dezember 2012 an der Sandy-Hook-Grundschule 20 Kinder und sechs Schulangestellte ermordete? Auch er nahm sich selbst das Leben. So viel zu dem Argument Sicherheit.

83 Tote pro Tag durch Schusswaffengebrauch

Der Waffenladen «Guns and Guitars» am 03.10.2017 in Mesquite, Nevada, USA. Stpehen Paddock, der Todessschütze von Las Vegas, hat nach Angaben des Managers des Ladens einige seiner Waffen hier erworben. Nach dem tödlichen Massaker von Las Vegas stellt
In diesem Laden mit dem absurden Namen "Guns and Guitars" deckte sich der Todesschütze von Las Vegas mit Waffen ein.
© dpa, Martin Bialecki, hjb

Es ist völlig offensichtlich, dass die Waffenlobby in den USA zu mächtig ist. Oder – wie es die slowakische Zeitung 'Sme' durchaus drastisch formuliert – sie hat sich die Politik gekauft. "Statt zum Gebet für die Opfer von Las Vegas aufzurufen, sollten diese Politiker lieber Gott um Verzeihung dafür bitten, dass sie der Waffenindustrie erlauben, das Land zu beherrschen."

Und das wird mit einem Donald Trump an der Spitze des Staates kaum anders werden. Der eng mit der National Rifle Association (NRA) verbundene Präsident hob ein Gesetz von Barack Obama kürzlich fröhlich wieder auf, dass es wenigstens psychisch kranken Menschen verbieten sollte, Waffen zu besitzen. Und so wundern einen die 30.000 Toten durch Schusswaffen Jahr für Jahr auch nicht. Das sind 83 Tote jeden Tag – ein Wahnsinn.

Auch Experten glauben nicht an eine Änderung der Gesetze, zu viele Firmen verdienen schließlich gutes Geld mit der Waffenproduktion. Und wenn das Thema in ein paar Tagen wieder aus den Medien verschwindet, bleibt alles beim Alten. Bis zum nächsten Amoklauf oder Massaker im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.