Bezahlen beim Online-Shopping

Die Vorkasse könnte bald Geschichte sein

Beim Online-Shopping gibt es viele Bezahlmethoden. Doch nicht alle sind auch praktisch.
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12. Oktober 2020 - 23:39 Uhr

Verbraucher kritisieren Zahlmethode

PayPal oder doch lieber auf Rechnung, falls was umgeschickt werden muss? Und warum eigentlich nicht per Vorkasse bezahlen? Bei jedem Online-Shopping stehen wir vor der immer gleichen Frage: Wie zahle ich meinen Einkauf? Die Vorkasse ist zwar beliebt, aber viel zu umständlich, sagen Verbraucher. Doch das soll sich ändern.

Vorkasse: Beliebt aber unpraktisch

Bestellen, bezahlen, bekommen- das Prinzip der Vorkasse ist denkbar einfach. Der Käufer überweist dem Verkäufer den Kaufbetrag. Nach Zahlungseingang wird die Ware dann an den Besteller verschickt. Und doch finden 60 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher das Bezahlen per Vorkasse unpraktisch. Das geht aus einer aktuellen Befragung der Finanzberatungsgesellschaft "BearingPoint" und dem Sparkassen- und Giroverband hervor, bei der rund 2.000 Verbraucherinnen und Verbraucher zum Bezahlverhalten befragt wurden. Demnach dauere mehr als der Hälfte der Befragten die Eingabe der Zahlungs- und Rechnungsdaten bei Vorkassenzahlung zu lange. Außerdem würde der Bestellprozess dadurch in die Länge gezogen und sei dann unkomfortabel, sagen mehr als 60 Prozent.

Zahlung auf Rechnung: Teuer und zeitintensiv

Praktischer und vor allem schneller für den Kunden ist das Zahlen auf Rechnung nach Erhalt der Ware. Laut "BearingPoint" begleichen über 40 Prozent der Befragten mehr als fünf Rechnungen im Monat über diesen Zahlungsweg. Was für den Kunden Zeit spart, ist für Unternehmen und Online-Händler ein großer Zeitfresser, sagen die Studienmacher: "Die große Mehrheit begleicht heutzutage Rechnungen per Online-Überweisung. Doch viele Händler und Kunden sind mit der Abwicklung und den Aufwänden für diese Bezahlvorgänge nicht zufrieden", kritisiert Christian Bruck, Partner bei BearingPoint und Experte für das Thema Zahlungsverkehr.

Obwohl knapp 60 Prozent der Rechnungen schon elektronisch verschickt werden, sehe jedes vierte Unternehmen den Aufwand für die Rechnungserstellung, z.B. für Versand oder die Zuordnung von Zahlungseingängen, als hoch an. Und auch das Versenden und Verwalten von Mahnungen empfinden viele Unternehmen als zu aufwendig.

Wie wird bezahlen im Internet noch besser?

Vorkasse ist also unpraktisch für den Kunden, aber sicher für Unternehmen. Bei der Zahlung auf Rechnung sind die Verhältnisse genau umgekehrt. Was also tun, fragten sich auch europäische Banken und entwickelten einen neuen Bezahlstandart, das sogenannte "Request-to-pay". Der soll für Verbraucher effektiver und praktischer werden und für Händler kostengünstiger und könnte die Vorkasse in die Rente schicken. "Request-to-pay" funktioniert so:

-  Die digitale Zahlungsaufforderung kommt direkt nach der Bestellung per Mail oder als Nachricht in der Banking-App

- Die Zahlungsdaten müssen nicht mehr händisch eingegeben werden, sondern liegen in der Zahlungsaufforderung vor

- Mit nur einem Klick gibt der Kunde die Zahlung über das Online-Banking seiner Bank frei- das geht auch über das Smartphone- und schon ist die Zahlung bestätigt

- Der Zahlungseingang landet dann in Echtzeit beim Händler und kann direkt der Bestellung zugeordnet werden

Sicher shoppen im Netz

Durch den neuen Bezahlstandart sparen sich Verbraucher die lästige Eingabe von Zahlungsinformationen. Einen genauen Starttermin von "Request-to-pay" gibt es bisher aber noch nicht. Doch die Entwicklung steckt in den letzten Zügen und es soll noch mehr Sicherheit beim Online-Bezahlen gewährleistet werden.  Wie Sie außerdem sicher im Netz shoppen und sich vor Betrügern schützen, lesen Sie hier