Erste Impfstoff-Dosen schon im Oktober

USA bereiten sich auf Verteilung von Corona-Impfstoff vor

03. September 2020 - 9:04 Uhr

Vorbereitungen laufen auf vollen Touren

Die US-Gesundheitsbehörde CDC trifft Vorbereitungen für die Verteilung einer potenziellen Corona-Impfung bereits ab Ende Oktober. Zugleich räumte sie ein, dass es sich dabei zunächst um ein theoretisches Szenario handelt, wie aus Unterlagen hervorgeht, die von der "New York Times" am Mittwoch veröffentlich wurden. Die Planungsdokumente wurden an US-Bundesstaaten und Städte verschickt, wie die CDC unter anderem dem Sender CNN bestätigte.

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Impfstoff unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl

Die USA sind von dem Ausbruch der Pandemie am stärksten betroffen und haben mehr als sechs Millionen Fälle und über 183.000 Todesopfer. Der Zeitpunkt eines wirksamen Impfstoffs hat eine besonders politische Bedeutung, da US-Präsident Donald Trump am 3. November eine Wiederwahl anstrebt und somit auf einen rechtzeitigen Durchbruch hofft.

Den Unterlagen zufolge rechnen die US-Zentren für Seuchenkontrolle und -Prävention (CDC) zugleich damit, dass Ende Oktober lediglich zwei Millionen Dosen von einem Impfstoff und eine Millionen Dosen von einem weiteren Impfstoff verfügbar sein könnten.

"Zu schnelles Handeln könnte das Vertrauen in eine Corona-Impfung gefährden"

Präsident Donald Trump hatte die Gesundheitsbehörde FDA im August aufgefordert, mehr Tempo bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu machen. FDA-Chef Stephen Hahn ließ daraufhin in der "Financial Times" durchblicken, dass er eine Notfall-Erlaubnis zum Einsatz eines Impfstoffs in bestimmten Fällen auch vor Abschluss der Phase-3-Tests für möglich halte.

Bei diesen Versuchen werden mit einer großen Zahl von Probanden Wirksamkeit und die Sicherheit im Bezug auf mögliche Nebenwirkungen getestet. Deswegen hatten Gesundheitsexperten davor gewarnt, zu schnelles Handeln könnte das Vertrauen in eine Corona-Impfung gefährden.

"Unwahrscheinlich, dass ein Impfstoff zu diesem Zeitpunkt bereits fertig sein wird"

Der Chef der US-Forschungsagentur National Institutes of Health (NIH), Francis Collins, verteidigte unterdessen die Planungen der CDC. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass ein Impfstoff zu diesem Zeitpunkt bereits fertig sein werde - aber es sei wichtig, frühzeitig Vorbereitungen für seine Verteilung zu treffen.

Quelle: DPA/RTL.de