11 Menschen ertrinken bei Rettungsversuch

Stanley Beach: Die Todesbucht von Alexandria

Ein Strand in Alexandria, Ägypten.
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16. Juli 2020 - 14:24 Uhr

Elf Menschen ertrinken bei Rettungsversuch in Alexandria

Sie wollten helfen und bezahlten dafür mit dem Leben. Bei dem Versuch, einen kleinen Jungen in Not zu retten, ertranken insgesamt elf Menschen an einem Strand im ägyptischen Alexandria. Der Ort an dem das Unglück geschah ist sogar als "Strand des Todes" bekannt – in der Bucht ertranken schon viele Menschen.

Ägypten: Strand in Alexandria wird geschlossen

Wie die Tourismusbehörde in Alexandria mitteilte, ereignete sich der tragische Vorfall bereits am Freitag (10. Juli). Als ein Kind im Meer zu ertrinken drohte, sind mehrere Personen ins Wasser gesprungen, um dem Jungen zu helfen. Bei dem Rettungsversuch sind elf Personen ertrunken. Die Behörden ordneten anschließend die Schließung des Strandes "Stanley Beach" an, wie die ägyptische Zeitung "Al-Ahram" schreibt.

Aufnahmen zeigen den Strand kurz nachdem das Unglück passierte.

Stanley Beach: Die Bucht der tödlichen Unfälle

Nun ist klar: Es ist nicht das erste Mal, dass jemand in den Wellen der Todesbucht "Stanley Beach" in Alexandria ums Leben gekommen ist. Das Meer vor Alexandria ist ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem bei Tageshöchsttemperaturen von knapp 38 Grad. Doch der Küstenabschnitt "Palm Beach", an dem das Unglück geschah, ist allgemein als gefährlich bekannt.

Der Strand im Stadtteil Al-Adschami ist berüchtigt für seine starken Strömungen, in den vergangenen Jahren kam es hier immer wieder zu tödlichen Unfällen. In diesem Jahr ist der Strand wegen der Coronavirus-Pandemie sogar gesperrt und wird deshalb laut lokalen Medienberichten nicht von Rettungsschwimmern überwacht. Die Gruppe mit den Verunglückten kam laut Behördenangaben erst nach Sonnenuntergang an die Küste, um offenbar nicht von der Polizei erwischt zu werden, die das Badeverbot regelmäßig kontrollieren.