Uni-Professorin geht voran

Die spanische Greta Thunberg: Mit Ministerin Teresa Ribera kam der Wandel in der Klima-Politik

Die spanische Umweltministerin Teresa Ribera auf der Klimakonferenz neben Greta Thunberg.
© REUTERS, SUSANA VERA, AWI

12. Dezember 2019 - 17:50 Uhr

Mit Ribera kam der Wandel ins konservative Spanien

Wenn Greta Thunberg spricht, sind alle Kameras auf die 16-jährige Klimaaktivistin gerichtet. Die junge Schwedin ist das Gesicht der weltweiten Klimabewegung. Die Klimaschützer haben aber eine relativ unbekannte Mitstreiterin, die über wesentlich mehr Einfluss als Greta verfügt: Es ist die Universitätsprofessorin Teresa Ribera. Sie hat im konservativen Spanien in Sachen Umweltschutz viel erreicht und ein großes Bewusstsein für die Natur auf der Iberischen Halbinsel geweckt. Mit ihr kam der Wandel nach Spanien.

"Es gibt keinen Zweifel daran, was wir tun müssen"

 Acting Spanish Ecological Transition Minister, Teresa Ribera, delivers a speech during the opening of high level segment of COP25 UN Climate Change Conference in Madrid, Spain, 10 December 2019. The summit runs in Spanish capital until next 13 Decem
Teresa Ribera hat Spanien auf die Landkarte des Umweltschutzes gebracht.
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Auf der Klimakonferenz sprach Ribera kurz vor Greta Thunberg. Und sie richtete drastische Worte an die Politik: "Wir stehen vor einem Notfall und sollten auch so handeln. Es gibt keinen Zweifel an der Wissenschaft und keinen Zweifel daran, was wir tun müssen. Oder gibt es Zweifel?", fragte sie in die Runde. Jedenfalls lässt sie keine Zweifel daran, dass sie es ernst meint mit einem CO2-neutralen Spanien.

Ribera ist 50 Jahre alt, sie leitet das Ministerium für "okölogische Transition", sie ist also verantwortlich für die Umwandlung des Landes in einen nachhaltig agierenden Staat. Spanien tat lange Zeit nichts gegen den Klimawandel. Trotz der vielen Sonnenstunden gab es kaum Ausbau in Erneuerbare Energien. Aber das hat sich geändert. Spanien steigt schon 2030 aus der Kohle aus, die Konzerne werden nicht entschädigt.

Ribera ist die Triebfeder dieser Politik. Noch liegt Spanien im EU-Durchschnitt hinter den meisten europäischen Nachbarn, was Engagement im Kampf gegen den Klimawandel angeht. Doch seit der Sozialist Pedro Sanchez die Regierungsgeschäfte betreibt, tut sich was. Unter Ribera wurde der grüne Wandel angestoßen. Aus gutem Grund: Denn Spanien und vor allem der Tourismus, die Haupteinnahmequelle des Landes, leiden unter dem Klimawandel. Hitzewellen, verschwindende Strände, Wassermangel, dem begegnet Ribera mit einer Offensive. Auch die kurzfristige Ausrichtung der Klimakonferenz in Madrid, nachdem Santiago de Chile absagen musste, passt in das neue Umweltkonzept der Spanier.

Ribera bringt Spanien auf die Landkarte des Umweltschutzes

Entsalzungsanlage, Zentrum zur Erforschung der solaren Energienutzung, Plataforma Solar de Almería, Tabernas, Provinz Almería, Andalusien, Spanien, Europa
Eine Entsalzungsanlage im Zentrum zur Erforschung der solaren Energienutzung im spanischen Almeria
© deutsche presse agentur, picture alliance/imageBROKER

Weil es im trockenen Spanien immer wieder zu Wassermangel kommt, ist das Land mittlerweile zu einem der größten Entsalzer der Welt geworden. Mit den durch Solarenergie betriebenen Entsalzungsanlagen hat das Land einen Schritt nach vorn gemacht. Das Wasser brauchen die Spanier zwar auch für die Touristen, in erster Linie aber für ihre riesigen Gemüsefelder im Süden des Landes.

Ribera nutzt den frischen Wind, den die Regierung Sanchez brachte. "Spanien war lange nicht auf der Landkarte der Klimaschützer, aber seit 2017 macht das Land große Fortschritte", lobte die Umwelt-Organisation "germanwatch" den Gastgeber der COP25.