Britischer Premierminister auf Intensivstation

Die Queen wünscht Boris Johnson gute Besserung

07. April 2020 - 16:30 Uhr

Johnson weiter auf Intensivstation, aber stabil

Der britische Premierminister Boris Johnson liegt auf der Intensivstation, jetzt bekommt er Beistand aus dem Königshaus. Die Queen wünschte dem britschen Staatschef und seiner Verlobten Carrie Symonds eine gute und schnelle Genesung. Das gab das Königshaus auf Twitter bekannt.

Johnson ist wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes auf die Intensivstation verlegt worden, soll laut seinem Sprecher aber stabil sein und keine Lungenentzündung haben. Der Schritt ins Krankenhaus sei auf Anraten seiner Ärzte erfolgt, hieß es in einer Erklärung am Montagabend. Außenminister Dominic Raab sei gebeten worden, wo nötig die Amtsgeschäfte zu übernehmen.

Alle Entwicklungen zur Coronakrise gibt es im Liveticker. 

FILE PHOTO: British Prime Minister Boris Johnson delivers a joint statement with French President Emmanuel Macron (not seen) before a meeting on Brexit at the Elysee Palace in Paris, France, August 22, 2019. REUTERS/Gonzalo Fuentes/File Photo
Der Zustand des britischen Premierministers hat sich verschlechtert.
© REUTERS, GONZALO FUENTES, SAA/MAT

Medienbericht: Johnson soll bei Bewusstsein sein

Johnson war am Sonntagabend wegen seiner Coronavirus-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden. Am Dienstagnachmittag äußerte sich ein Regierunssprecher: "Der Premierminister hat sich über Nacht stabilisiert und ist nach wie vor guter Dinge. Er ist auf keine künstliche Beatmung angewiesen." Das berichtet der Guradian. Im Video schätzt RTL-Reporterin Katharina Delling ein, wie ernst die Situation ist.

Der Regierungschef hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht. Zunächst arbeitete er isoliert im Regierungssitz in der Downing Street weiter. In seinen Videobotschaften zur Pandemie gab er sich optimistisch, er selbst wirkte aber bereits deutlich angeschlagen und hatte auch deutlich an Gewicht verloren. Später musste er dann aber wegen anhaltender Symptome in die Klinik gebracht werden.

Er sei auf Anraten seines Arztes "zu einigen Routinetests" ins Krankenhaus gegangen, hatte Johnson am Montag noch per Twitter mitgeteilt. Nach Angaben eines Regierungssprechers litt er unter Fieber und Husten. Einige britische Medien schreiben hingegen von einer schweren Erkrankung der Lunge.  Außenminister Dominic Raab vertrat ihn auf einer Sitzung. Vize-Premierminister Michael Gove befindet sich ebenfalls in Quarantäne, nachdem ein Familienmitglied Symptome gezeigt hat. Das teilte er auf Twitter mit.

Wie besiegen wir Corona? Sehen Sie dazu die spannende TVNOW-Doku: "Stunde Null - Wettlauf mit dem Corona-Virus" (Teil 2)

Großbritannien verhängte erst spät Schutzmaßnahmen

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds verbrachte nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit im Bett. Der Premier und Symonds hatten Ende Februar ihre Verlobung bekanntgegeben. Das Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Serice) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten britischen Medien zufolge sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.

Politiker wünschen Johnson schnelle Genesung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem an der Lungenkrankheit Covid-19 leidenden britischen Premierminister Boris Johnson viel Kraft und gute Besserung gewünscht. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag auf Twitter. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen hatte sich am Montag derart verschlechtert, dass er auf eine Intensivstation gebracht werden musste. Über den genauen Zustand des britischen Regierungschefs wurde offiziell nichts mitgeteilt.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wünschten Johnson via Twitter eine schnelle Genesung. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss sich den Wünschen um schnelle Genesung an. «Viel Kraft, Boris, und werde bald gesund», twitterte er.