Kriminalfall in der Schweiz

Die Polizei ermittelt: Achtjähriger wollte mit Spielgeld bezahlen

Junge (8) fragt in einem Geschäft, ob er mit Spielgeld bezahlen kann. Jetzt wird gegen ihn ermittelt.
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12. Juni 2020 - 17:03 Uhr

Hausdurchsuchung bei der Familie des Jungen

Was klingt wie ein schlechter Scherz, ist in der Schweiz tatsächlich so passiert: Auf einem Karnevalsumzug vergangenes Jahr fand ein achtjähriger Junge Spielgeld auf der Straße. In einem nahegelegenen Geschäft in Diegten, südlich von Basel, fragte er anschließend, ob er nicht damit bezahlen könnte. Jetzt wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Jungen und dessen Familie eingeleitet.

Polizei und Personal greifen hart durch

Gemeinsam mit Freunden aus der Nachbarschaft fragt ein kleiner, achtjähriger Junge in einem Dorfladen nach, ob er mit dem Spielgeld bezahlen kann. Das hatte er zuvor auf der Straße gefunden. Die Verkäuferin erkennt die Fälschung sofort, schickt die Kinder aus dem Laden mit der Drohung, ansonsten die Polizei zu rufen. Zwar seien die Kinder daraufhin unverzüglich aus dem Laden gerannt, wie die Basler Zeitung berichtete, die Verkäuferin schaltete trotzdem die Polizei ein. "Es sind unsere Bestimmungen, von der Zentrale in Winterthur sind wir so angewiesen worden", begründet die Filialleiterin der Zeitung ihre Entscheidung.

Die Polizei nimmt den Vorfall sehr ernst

Wegen des Verdachts der Bezahlung mit Falschgeld ermittelte die Polizei anschließend gegen die Kinder. Zudem durchsuchte die Polizei das Haus der Familie und machte Fotos von dem Jungen, um diese mit den Bilder aus der Überwachungskamera abzugleichen. Nach Angaben der Familie sei die Polizei insgesamt drei Stunden im Haus gewesen. Der Basler Zeitung berichtete der Vater anschließend, der Polizist "war geradezu enttäuscht, dass er den Achtjährigen als Täter identifizieren musste und nicht unseren zehnjährigen Sohn." Denn der acht Jahre alte Junge ist noch nicht strafmündig, gegen den älteren Bruder hätte die Jugendanwaltschaft allerdings ein Verfahren einleiten können.

Bei der Hausdurchsuchung wurden insgesamt 255 Euro Falschgeld beschlagnahmt. Dabei handelt es sich  nach Angaben der Polizei um sogenanntes "Totengeld", welches in manchen Kulturkreisen als Grabbeilage verwendet wird und mit chinesischen Schriftzeichen versehen ist.

Welche Konsequenzen drohen dem Achtjährigen jetzt?

Die Ladenkette bedaure den Vorfall und will an ihren Richtlinien arbeiten. "Wir werden die internen Weisungen anpassen, um in Zukunft solchen Situationen kundenfreundlicher reagieren zu können", zitiert blick.ch aus einer Stellungnahme der Unternehmenssprecherin.

Die Polizei Basel-Landschaft wird keine Akte zu dem Vorfall anlegen, da der Junge noch nicht strafmündig sei. Allerdings werde ein Bericht bei dem Jugenddienst der Polizei eingereicht, der aller Voraussicht nach 2025 gelöscht werde, wie der Spiegel berichtete.