Die perfekte Liebes-Illusion: Immer mehr Frauen in Japan heiraten sich selbst

25. Juni 2017 - 15:20 Uhr

Sologamie ist der neue Trend in Japan

Schon 30 und immer noch nicht verheiratet? In Japan stehen ledige Frauen noch viel mehr als in westlichen Gesellschaften unter Druck. Sie werden schnell als Mauerblümchen abgestempelt. Sologamie soll für gut ausgebildete und attraktive Japanerinnen die Lösung sein. RTL-Reporterin Pia Schrörs berichtet aus Tokio über diesen Trend.

Darum heiraten sich die Frauen selbst

Minako Horikoshi strahlt vor Freude, denn es ist der wichtigste Tag in ihrem Leben. Sie heiratet - sich selbst. "Dieser Moment erfüllt mich mit so viel Glück und gibt mir Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein", sagt die Braut. Umgerechnet 1.200 Euro hat sie für diese besondere Erfahrung ausgegeben.

In ganz Japan sind Solo-Hochzeiten inzwischen der Renner, denn das Land steckt in der Liebeskrise: Ein Drittel aller japanischer Frauen Anfang 30 ist unverheiratet und die Hälfte von ihnen wird es ihr Leben lang auch bleiben, so eine Studie.

Mietfreund für 50 Euro die Stunde

Japanerin Solo-Hochzeit Sologamie
Ein Drittel aller japanischer Frauen Anfang 30 ist unverheiratet.
© dpa, A3508 Rolf Vennenbernd

Solo-Hochzeiten sind nicht die einzige ausgefallene Dienstleistung, die die Bedürfnisse der Japanerinnen stillt. Für 50 Euro die Stunde kann man einen Freund mieten, mit dem man beispielsweise eine Stunde lang einen Schaufensterbummel machen kann. Auch Einschlafhilfen sind immer öfter gefragt: Der Mann legt sich im Bett neben die Frau, bis sie eingeschlafen ist. Sex und Küssen sind vertraglich ausgeschlossen. Händchenhalten ist erlaubt. Es geht einfach ums Zusammensein.

Ob der Trend der perfekten Liebes-Illusion auch nach Deutschland kommt, steht in den Sternen. Bis dahin bleiben Solo-Hochzeiten hierzulande eher eine Ausnahme.