29. Oktober 2018 - 22:03 Uhr

Angela Merkel: "Ich trage die Verantwortung für alles"

Sie macht bald Schluss mit der Politik: Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, bis 2021 alle Ämter niederzulegen - sowohl als Parteichefin der CDU als auch als Bundeskanzlerin. Wie in der Politik so üblich, stehen ihre potenziellen Nachfolger bereits in den Startlöchern. Wer dafür in Frage kommt, erklärt Ihnen RTL-Reporterin Franca Lehfeldt im Video.

CDU-Spitze wird nach 18 Jahren neu besetzt

"Diese vierte Amtszeit ist meine letzte als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland", sagte Merkel am Montag. Damit geht ihre Ära langsam, aber sicher zu Ende. Bis 2021 will die gelernte Physikerin zwar noch regieren, danach sei aber genug getan: "Ich habe mal gesagt: Ich wurde nicht als Kanzlerin geboren. Und das habe ich auch nie vergessen."

Damit reagiere sie auf die Wahlergebnisse in Bayern und Hessen. Bei beiden Landtagswahlen erlebte die CDU eine mächtige Pleite. In Hessen haben nur noch 27 Prozent der Wähler ihre Stimme für die Christlich-Konservativen abgegeben. Bundespolitisch könne man nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sagte Merkel bei ihrer Rede: "Ich bin überzeugt, wir müssen inne halten, ich jedenfalls tue das. Und ich wünsche mir, dass wir den gestrigen Wahltag als Zäsur nehmen, dass wir alles auf den Prüfstand stellen, was wir spätestens seit der Bundestagswahl gesagt und getan haben."

Jetzt beginnt der Kampf um Merkels Nachfolge

Auch sie habe inne gehalten, wie sie sagte. "Ich trage die Verantwortung für alles, für Gelungenes wie für Misslungenes". Dann kündigte Merkel ihren "Rücktritt in Raten" an, wie SPD-Chefin Andrea Nahles die Entscheidung ihrer GroKo-Partnerin nannte.

Das Amt als Parteichefin gibt sie schon im Dezember ab. Beim nächsten Parteitag der CDU, der noch vor Weihnachten in Hamburg stattfinden soll, will sie nicht wieder kandidieren. Das bedeutet, dass die Partei nach schlappen 18 Jahren erstmals jemand Neues an ihrer Spitze haben wird.