Lustige Anekdoten in Buchform

Die Mona Lisa hat keine Augenbrauen: Unnützes Wissen für Kids? Von wegen!

Die Mona Lisa hat ein berühmtes Lächeln - und keine Augenbrauen und keine Wimpern
© dpa, epa ansa

08. Januar 2021 - 9:43 Uhr

Alltagswissen für Klein und Groß

Wussten Sie, dass 15 Prozent der Luft, die wir in der U-Bahn einatmen, aus Hautschüppchen besteht? Und dass Papst Franziskus einst in Buenos Aires Türsteher in einer Bar war? Oder dass die Mona-Lisa keine Augenbrauen und Wimpern hat? Unnützes Wissen, finden Sie? Aber doch irgendwie interessant. Vor allem für Kinder, die solches "Alltagswissen" viel begieriger aufsaugen als Rechtschreibregeln und Matheformeln.

von Mireilla Zirpins

Kinderbücher mit irren Fakten über unsere Welt liegen im Trend und sind die perfekte Beschäftigung für einen Schlechtwetter-Tag. Und wir Erwachsenen können dabei auch noch was lernen, zum Beispiel, dass der liebe Gott bei den Simpsons fünf Finger hat und nicht vier wie die Bewohner von Springfield.

Bücher mit erstaunlichen Fakten sind nicht nur bei Erwachsenen beliebt. Man denke nur ans Guinness-Buch der Rekorde – übrigens das meistgeklaute Buch in Bibliotheken, wie ich durch die Lektüre von Petra Cnyrims Buch "Unnützes Wissen für Kinder"* 🛒 aus dem Riva-Verlag weiß. Das Buch verschwand sofort im Kinderzimmer meiner neunjährigen Tochter – ein gutes Zeichen. "Da sind interessante Sachen drin, von denen man nicht gedacht hätte, dass sie stimmen. Zum Beispiel, dass ausgerechnet ein Zahnarzt die Zuckerwatte erfunden hat. Oder dass Facebook blau ist, weil Mark Zuckerberg eine Rot-Grün-Schwäche hat", erklärt sie. Für die Viertklässlerin eine willkommene Abwechslung zu Romanlektüre und Lockdown-Bastelei. "Man lernt durchaus auch Nützliches", weiß sie, "zum Bespiel, dass es auf der Venus Metall regnet."

Und so werde ich neuerdings beim Kochen gefragt, ob ich weiß, welches Buch das teuerste der Welt ist – der Codex Leicester mit Skizzen von Leonardo da Vinci. Das hat sich Microsoft-Gründer Bill Gates gekauft, für schlappe 30,8 Millionen US-Dollar. Oder wer die kürzeste Geschichte der Welt geschrieben hat. Mist, ich bin Literaturwissenschaftlerin und kann das nicht beantworten.

Aber meine Tochter jetzt: Ernest Hemingway. Den kennt sie zwar nicht. Aber sie hat gelesen, die Geschichte bestehe nur aus sechs Wörtern. Und ist, und das ist der Wermutstropfen an diesen Büchern, trotz ihrer Kürze, leider nicht drin abgedruckt. Aber es hat auch wieder was Gutes. Denn diese scheinbar sinnlosen Statistik-Schnipsel oder Anekdoten, nach denen wir selbst nie gesucht hätten, triggern unsere Neugierde, mehr zu erfahren. Und so finde ich heraus, dass ich die Hemingway-Story doch kannte: "For sale: Baby shoes. Never worn." Das ganze Drama in sechs Worten, in der deutschen Übersetzung sind es sogar nur fünf: "Zu verkaufen: Babyschuhe. Nie getragen."

Im Sommer wächst der Eiffelturm

Und überhaupt: Was heißt schon unnütz? Natürlich gibt es kein Wissen, das nichts nützt. Irgendwer hat das ja offensichtlich erforscht oder sich Gedanken dazu gemacht. Es ist sowieso immer gut, sich weiterzubilden, und wenn es nur scheinbar unwesentliche Fakten sind. Sie wissen nur gerade vielleicht noch nicht, wozu es mal nützlich sein könnte zu wissen, dass sich das Eisen, aus dem der Eiffelturm besteht, in der Sommerhitze so ausdehnt, dass das berühmte Bauwerk höher wird.

Aber wenn Sie das Pariser Wahrzeichen mal besteigen wollen und in der Schlange stehen, und das werden Sie, dann haben Sie schon mal das erste Smalltalk-Thema, das die Wartezeit überbrückt. Und wenn man nachrecherchiert, dann stellt man fest, dass die Angaben durchaus schwanken, wie viel das Stahlmonument genau wächst. Mal sind es 4 bis 8 Zentimeter, mal 15 bis 30. Kommt natürlich auch immer darauf an, wie lange es wie warm ist und wer wann wie misst.

Der Eiffelturm von der Champs de Mars.
Pariser Eiffelturm wirkt nicht nur größer im Sommer, er ist es auch
© dpa, A2800 epa Lucas Dolega

Und manches in diesen Büchlein ist auch für Erwachsene spannend, und sei es nur, um Antworten parat zu haben, wenn unsere Kindergarten- und Grundschulkinder uns Löcher in den Bauch fragen. Oder als Nachttisch- oder Klolektüre (auch stark: "321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst"*).

Und schon frage ich mich, ob das stimmen kann, dass wir bei schwachem Licht weniger Hunger haben, weil der Körper dann auf Nachtmodus schaltet. Also, ich hab abends immer mehr Hunger als am Morgen, auch beim Candle-Light-Dinner. Ach, warten Sie, da hatten wir doch letztens bei RTL.de die Ergebnisse einer Studie: Frauen, die mit Licht schlafen, nehmen schneller zu. Sehen Sie! So unnütz ist es gar nicht.

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