Die Mannschaft - das Zeugnis: Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

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6. September 2018 - 23:00 Uhr

Mats Hummels ein Fels in der Brandung

Mission Wiedergutmachung, Teil 1 - geglückt. Mit einem überzeugenden Auftritt gegen Weltmeister Frankreich zum Auftakt der Nations League hat sich die deutsche Nationalmannschaft vor allem defensiv stabil präsentiert und zeigte eine ganz andere Körpersprache als noch beim historischen WM-Desaster. Am Ende hätte das Team von Bundestrainer Joachim Löw einen Sieg verdient gehabt, doch die letzte Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlte (noch). Die DFB-Spieler in der Einzelkritik:

Manuel Neuer:

Musste nach einem Kopfball von Giroud in der 36. Minute erstmals ernsthaft eingreifen – und tat dies tadellos. Pflückte kurz vor der Pause noch einen Mbappe-Freistoß wie einen reifen Apfel herunter. Hielt seinen Heimat-Kasten in der 2. Halbzeit auch gegen Griezmann (49./64.) sauber. Note: 2

Antonio Rüdiger:

Nach hinten abgeklärt, nach vorne mutig. Dank ihm lief viel über die linke Seite. Starker Startelf-Zugewinn. Note: 2

Jerome Boateng:

Ihm gehörte der erste und einzige kleine Wackler in der Partie, als er in der 41. Minute nicht konsequent gegen Mbappé vorging. Note: 4

Mats Hummels:

Breitbrüstig, umsichtig und mit hervorragendem Stellungsspiel. Chef einer insgesamt stabilen Abwehr gegen die allseits gefürchtete Raketen-Offensive des Weltmeisters. Hatte in der 72. Minute die Führung auf dem Fuß, nachdem er zuvor perfekt für Müller aufgelegt hatte. Note: 2

Matthias Ginter:

Als einziger Feldspieler bei der WM nicht eingesetzt, fügte er sich gut ins neue Positionsspiel ein und zeigte klare Kante. Mega-Chance in der 75. Minute per Wucht-Kopfball. Note: 2

Joshua Kimmich:

Engagiert, aber zumindest heute limitiert als Mann vor der Viererkette. Nahm aber den Kampf an. Note: 3

Leon Goretzka:

Hielt sich bei allem vornehm zurück. Sucht noch nach seinem Platz und fand ihn nach 65 Minuten erst mal wieder auf der Bank. Note: 5

Toni Kroos:

Der Taktgeber begnügte sich in der 1. Halbzeit vornehmlich mit Eckbällen. Steigerte sich in Sachen Präsenz und war Mit-Strippenzieher der Sturm- und Drangphase in den letzten 20 Minuten der Partie. Note: 3

Thomas Müller:

Wie angekündigt, brannte der Bayern-Star und war einer der zweikampfstärksten Spieler im DFB-Team. Im Spiel nach vorne aber oft zu ungenau in seinen Zuspielen. Steigerte sich insbesondere in der Schlussviertelstunde und vergab in der 72. und 75. Minute zwei gute Möglichkeiten. Note: 3

Marco Reus:

Quirlig, engagiert und von stetem Willen beseelt. Wurde zunächst jedoch kaum in Szene gesetzt. Von der Einstellung her zeigte aber auch er, dass er die WM-Schmach so schnell wie möglich vergessen machen will. Hätte in der 64. Minute fast den schönsten deutschen Angriff veredelt, doch seinen Schlenzer konnte Areola gerade noch entschärfen. Note: 3

Timo Werner:

Verantwortlich für den ersten Abschluss des DFB-Teams. Prüfte Keeper Areola mit einem Schuss aus halblinker Position, stellte ihn damit aber vor keine große Aufgabe. Blieb danach bis auf ein paar nette Durchtank-Manöver eher unauffällig. Note: 4

Peru wartet schon

Gündogan (ab 66. für Goretzka): Seine Einwechslung war unerfreulicherweise durch einige Pfiffe begleitet. Diese perlten aber offenbar von ihm ab. War sofort drin im Spiel. Ohne Note

Sané (ab 83. für Reus): Durfte anschwitzen und abklatschen. Ohne Note

Schon am Sonntag geht es weiter mit der Mission Wiedergutmachung, wenn in Sinsheim die peruanische Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf zum Testspiel antritt.

Das Spiel live bei RTL ab 20.15 Uhr oder online im Livestream bei TV NOW