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Die Mannschaft - das (Unreife-)Zeugnis: Nur Niklas Süle steht stabil - aber wem hilft's?

Müller: "WM-Aus fühlt sich peinlich an"
Müller: "WM-Aus fühlt sich peinlich an" DFB-Spieler kommentieren Russland-Debakel 01:00

Die DFB-Elf in der Einzelkritik

Gegen Schweden noch Mentalitätsmonster – gegen Südkorea Flasche leer. Kein Aufbau, kein Spielfluss, keine Klarheit in den Aktionen. Aus dem Portfolio der Unzulänglichkeiten beim historischen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft nach dem 0:2 gegen Südkorea konnte kaum jemand dem Anspruch an einen Weltmeister gerecht werden. Die DFB-Elf in der Einzelkritik:

Nur Niklas Süle steht stabil

Manuel Neuer: Patzte bei seiner ersten Aktion, als er einen (nicht flatternden) Freistoß nicht zu fassen bekam. Rettete dann aber in höchster Not vor dem heranstürmenden Son. Alle weiteren Angriffsversuche der Südkoreaner verwaltete er souverän weg - bis in der Schlussphase Tür und Tor offen standen. Note: 4

Joshua Kimmich: Konfus in der Bewegung nach vorne. Die meisten seiner Pässe kamen nicht an. Aber: Initiator bester Chancen in Hälfte zwei, als er den Ball butterweich auf Goretzkas (48.) sowie Gomez‘ (68.) Kopf flankte. Fing sich im Laufe des Spiels. Klärte in der 77. Minute als letzter Mann gegen Son. Wirkte insgesamt aber viel zu flatterhaft. Note: 5

Niklas Süle: Räumte humorlos alles weg, was ihm entgegenkam. Beschränkte sich darauf, stabil zu stehen – was in diesen Tagen schon aller Ehren wert ist. Fehlerloser Boateng-Ersatz. Note: 3

Mats Hummels: Wirkte bei seiner Rückkehr ins Team phasenweise orientierungslos. Kam kurz vor der Pause zur Chance wie die Jungfrau zum Kinde – und schloss aus kurzer Distanz mit einem gefühlten Rückpass ab. Fand mit der Zeit ins Spiel und stand weitgehend sicher. Setzte eine vielversprechende Özil-Flanke kurz vor Schluss (87.) mit der Schulter über die Latte. Note: 4

Jonas Hector: Solide Leistung sowohl im Spiel nach hinten wie nach vorne. Wurde mit der Zeit jedoch immer unsichtbarer. Note: 3

Kreatives Mittelfeld war gestern

Sami Khedira: Ein Hauch von Leistungssteigerung zu seinem mauen Auftritt bei der Mexiko-Pleite – zumindest war er diesmal wach. Mehr aber auch nicht. Verursachte mit hohem Bein die erste Freistoß-Chance der Koreaner, die beinahe ins Auge gegangen wäre. Staksiges Erscheinungsbild. Durfte nach einer Stunde vorzeitig unter die Dusche. Note: 5

Toni Kroos: Leistete sich zwar nur maximal 0,1 Prozent Fehlpässe, war als Ideengeber aber im Stich gelassen. Die Lücken, die er hätte finden können, waren unbesetzt – und zaubern kann der Schweden-Held nun mal auch nicht immer. Fand im Zuge dessen kaum statt. Note: 5

Leon Goretzka: Brauchte bei seinem WM-Debüt keine große Eingewöhnungszeit. Akzente setzen konnte aber auch er nicht. Mitläufer ohne Koordinaten. Vergab in der 48. Minute per Kopf die erste gute Chance zur Führung. Machte nach einer Stunde für Müller Platz. Note: 5

Mesut Özil: Stets bemüht, den Unterschied zu machen. Nahm den Siebenschläfertag aber ansonsten ernst. Kein Zug zum Tor, nur Blick für den Mann, um die Verantwortung weiterzureichen. Nicht einmal Zufallsprodukte wollten ihm gelingen. Fand seinen ersten ernsthaften Abnehmer in der 87. Minute – aber Hummels wemste das Ding drüber. Note: 5

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Auch Marco Reus zieht sich den Stecker

Marco Reus: Erneut fluffig unterwegs. Oft anspielbar. Doch auch der BVB-Star musste sich dem Gemeinschaftsdiktat fehlender Spielkultur beugen und zog sich bei seiner lang ersehnten ersten WM-Teilnahme irgendwann selbst den Stecker. Note: 4

Timo Werner: Wetzte, wuselte und wirbelte, wie es in seinen Zellen einprogrammiert ist, landete aber allzu oft mit dem Kopf in der Wand. Hindurch kam er nicht. Dennoch einer der (halbherzigen) Aktivposten – auch in puncto Fleißarbeit nach hinten. Note: 4

Mario Gomez (ab 58. Minute für Khedira): Hatte zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Möglichkeit auf der Stirn, drückte eine Kimmich-Flanke aber genau in die Flossen von Schlussmann Cho. Stocherte wenig später im Sechzehner vergeblich nach der Kugel. Note: 5

Thomas Müller (ab 63. Minute für Goretzka):  Führte sich sinnbildlich mit einem Missverständnis mit Reus in die Partie ein. Hatte keine nennenswerte Aktion mit dem Ball. Note: 5

Julian Brandt (ab 78. Minute für Hector): Machte noch ein bisschen Alarm – ohne in die Gefahrenzone zu kommen. Ohne Note

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