Die Letzten ihrer Art: Diese Tiere sind extrem gefährdet

12. Oktober 2018 - 15:58 Uhr

Von Lukas Föhr

Fast 20.000 Tier- und Pflanzenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht – so steht es in der 'Roten Liste der gefährdeten Arten', die die 'Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen' jährlich herausgibt. Und diese Liste wird immer länger.

Schuld daran sind vor allem wir Menschen. Denn in vier von fünf Fälle verringern sich die Bestände von Tieren und Pflanzen deshalb drastisch, weil sie ihren Lebensraum verlieren. Etwa, wenn Regenwälder abgeholzt oder Grünflächen bebaut werden.

Einige Arten sind bereits unwiderruflich ausgestorben, etwa der Tasmanische Tiger, ein Beutelwolf, der einst auf der Insel Tasmanien südlich von Australien lebte und Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet wurde - angeblich weil er die Schafe der dortigen Farmer riss.

Ein ähnliches Schicksal könnte auch den Jangtse-Delfin ereilen. Der Flussdelfin lebte einst in großer Zahl in Chinas größtem Strom. Durch die zunehmende Industrialisierung im Reich der Mitte und die damit einhergehende Verschmutzung des Jangtse wurde der Lebensraum des Delfins immer stärker zerstört. Im Jahr 2001 wurde das letzte Tier gesichtet, inzwischen ist er das womöglich seltenste Tier der Welt. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass der Delfin bereits ausgestorben ist.

Forscher retten Tiere in letzter Minute

Spix-Aras in einer Zuchtstation
In der Wildnis ist der Spix-Ara bereits ausgestorben.
© picture alliance / dpa, Patrick Pleul

Doch es gibt Tiere, bei denen Forscher gerade noch in letzter Minute reagieren konnten, indem sie die Tiere unter massiven Schutz stellten. So etwa beim Spix-Ara, einer Papageienart aus dem brasilianischen Dschungel. Zwar starb der Vogel in freier Wildbahn aus, einige Tiere konnten jedoch gerettet werden und werden nun gezüchtet. Schon in wenigen Jahren will die brasilianische Regierung einen neuen Versuch wagen und die Tiere wieder auswildern.

Doch den Forschern läuft die Zeit davon. Wenn die Lebensraumzerstörung durch den Menschen weiter geht, dann verlieren wir in den nächsten Jahrhunderten bis zu drei Viertel unserer Arten auf dem Planeten. Und das mit gravierenden Auswirkungen für uns Menschen. Denn all diese Tiere und Pflanzen sind Teil des Ökosystems, das das Klima reguliert, für frisches Wasser oder aber saubere Luft sorgt. Schon kleine Änderungen dieses Systems können Fluten oder andere Naturkatastrophen hervorrufen.

Weltweit kümmern sich tausende Projekte um den Erhalt extrem gefährdeter Tierarten, etwa der 'World Wide Fund For Nature', eine internationale Stiftung, die sich für Artenvielfalt und der Erhalt der Lebensräume von seltenen Tieren und Pflanzen einsetzt. Unter wwf.de kann die Arbeit der Organisation unterstützt werden.