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Die große Frage nach der Briefbomben-Serie in den USA: Wer steckt hinter dem Anschlagsversuch?

USA: So sieht die Briefbombe aus
USA: So sieht die Briefbombe aus Das FBI identifizierte sieben verdächtige Päckchen 00:35

Sprengsätze an Obamas, Clintons und CNN verschickt

Eine Serie von mutmaßlichen Briefbomben-Anschlägen an hochrangige Demokraten und den US-Sender CNN erschüttern kurz vor den Kongresswahlen die USA. Wer dahinter steckt, ist noch unklar. Wir werfen einen Blick auf die Bombe und das mögliche Motiv der Täter.

In den USA herrscht Ratlosigkeit

CNN berichtete gerade selbst über die verdächtige Post, als plötzlich Alarm im Gebäude ausgelöst wurde. An den Sender wurde ein Sprengsatz geschickt, adressiert an den ehemaligen CIA-Direktor John Brennan, der häufig beim Sender auftritt.

Post mit potentiellen Sprengsätzen bekamen auch Ex-Präsident Barack Obama, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Milliardär George Soros sowie mehrere US-Politiker und Medienkonzerte.

Eines haben die meisten von ihnen gemeinsam: Sie gehören zu den prominentesten Köpfen der Demokraten und sind Kritiker von US-Präsident Donald Trump.

Alle Pakete stammen wohl vom gleichen Absender

(Top L-R) U.S. Representative Debbie Wasserman Schultz, former Democratic presidential candidate Hillary Clinton, Democratic Party donor George Soros and former U.S. President Barack Obama are pictured along with (Bottom L-R) former U.S. Attorney Gen
Auf diese Personen haben es die mutmaßlichen Attentäter abgesehen. © REUTERS, STAFF, smc

Die größte Frage lautet jetzt natürlich: Wer steckt hinter diesem Angriff? Das zu bestimmen, kann eine Weile dauern. Es gibt weder ein Bekennerschreiben noch ein wirkliches Motiv. Das FBI fahndet derzeit mit Hochdruck nach den Adressaten, die ihre Spuren vermutlich gut verwischt haben.

Fest steht, alle Pakete stammen wohl vom gleichen Absender. Außerdem waren die Sprengsätze offenbar alle funktionsfähig und wurde per Hand in den Briefkasten geworfen.

Um was für einen Sprengkörper es sich genau handelt, sehen Sie im Video.

Terror mit amerikanischem Hintergrund

Für den Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, steht fest: es handelt sich nicht um internationalen Terror, sondern einen hausgemachten amerikanischen. Also einen politischen Terror, der sich durch Hass auf politische Gegner nährt.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte: "Hört auf, zu Hass aufzurufen. Hört auf, zu Angriffen auf die Presse aufzurufen. Ihr könnt euch uneins sein über bestimmte Themen, aber zeigt Respekt gegenüber euren Mitmenschen und löst eure Konflikte respektvoll."

"Die Indizien deuten auf einen Serientäter hin"
"Die Indizien deuten auf einen Serientäter hin" RTL-Reporter Dirk Emmerich aus Washington 02:16

US-Präsident Trump wegen seiner aggressiven Rhetorik in der Kritik

Indirekt geben sie also Präsident Trump eine Mitschuld an den Angriffen. Viele Kritiker werfen ihm vor, durch seine oft aggressive Rhetorik das politische Klima aufzuheizen und die Spaltungen in der amerikanischen Gesellschaft zu vertiefen.

Auf Kundgebungen bezeichnet er Demokraten regelmäßig als "Verbrecher" und lässt Sprachchöre anstimmen, die eine Verhaftung von Hillary Clinton fordern. Aggressiv geht er aber auch regelmäßig die schwarze Abgeordnete Maxine Waters an, bei der nach CNN-Angaben ebenfalls eine Briefbombe abgefangen wurde.

Auch Ex-CIA-Direktor John Bennon, der selbst zur Zielscheibe wurde, sieht Trump in der Verantwortung. "Ich denke Donald Trump hat zu oft Gefühle und Gewaltphantasien befeuert. Diese führen nun zu echten Taten. Zum Beispiel hat er oft angedeutet man müsse Medienvertreter mal einen mitgeben", sagte er "CNN".

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Aufgeheizte Stimmung im Land: Trump kritisiert Medien Briefbomben an US-Demokraten verschickt 01:18

Rechte Republikaner im Visier?

Trump selbst verurteilte die mutmaßlichen Anschlagsversuche: "Jegliche Akte der politischen Gewalt gehören nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika." Er sprach von "abscheulichen Taten" und rief das Land zur Geschlossenheit auf. Gleichzeitig gibt er jedoch den Medien eine Mitschuld: "Die Medien sind auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen.“

Das Trump-Kritiker zu Zielscheibe geworden sind, lässt vermuten, dass rechte Republikaner hinter den Anschlägen stecken könnten. Ein Indiz dafür sehen viele darin, dass eine Briefbombe an den Milliardär und bekannten Unterstützer der Demokraten, George Soros, geschickt wurde. Soros ist den Rechten bereits seit Jahren ein Dorn im Auge und gilt als Hassfigur. Zuletzt machten ihn rechte Gruppen laut "CNN" für die Organisation des Flüchtlingsmarsches aus Mittelamerika verantwortlich, der sich auf die südliche US-Grenze zubewegt.

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