Die Goldreserven: Der Notgroschen der Weltwirtschaft

16. Januar 2013 - 19:47 Uhr

Nüchtern betrachtet ein chemisches Element

Deutschlands Rückhalt für die Not, die Goldreserven, lagern zum großen Teil im Ausland, fast die Hälfte in New York. Nur ein Drittel befindet sich in Deutschland. Das soll sich nach einer Rüge des Bundesrechnungshofes aus dem vergangenen Jahr nun ändern.

Gold, Euro
Gold: Knapp, heiß begehrt und enorm viel Wert
© dpa, A9999 Db Heraeus

Der Bestand in Frankreich (374 Tonnen, elf Prozent) soll komplett und dauerhaft nach Deutschland geholt werden. Es wird auch ein neues Konzept zur Lagerung der Währungsreserve geben. Jedoch will die Bundesbank an ihrem Konzept festhalten und auch weiterhin im Ausland lagern. Das hatte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele schon Ende letzten Jahres bekräftigt: "Auch in Zukunft wollen wir Gold an internationalen Goldhandelsplätzen halten, um es im Fall der Fälle binnen kürzester Zeit als Währungsreserve verfügbar zu haben."

Gold ist ganz nüchtern betrachtet ein chemisches Element mit dem Elementsymbol 'Au' (von lateinisch 'aurum' – Gold). Es gehört zu der Gruppe der Edelmetalle, es kommt in der Natur in seiner Reinform (gediegen) oder als Golderz (goldhaltiges Gestein) vor, ist gelb metallisch glänzend und schmilzt bei einer Temperatur von 1.064 Grad Celsius.

Wegen seiner Haltbarkeit, Seltenheit und seines Glanzes war es seit jeher begehrt, es wurde im Altertum für Schmuck und rituelle Gegenstände verwendet. Gold – oder vielmehr die Gier danach – war immer wieder Anlass für Konflikte.

Seither hat sich nicht viel geändert. Gold wurde schon immer auch als Währung eingesetzt oder in Relation gesetzt. Da sich das Gold aufgrund des begrenzten Vorkommens nicht großartige vermehrte, im Laufe der Geschichte aber immer mehr Geld benötigt wurde, konnte das Geldvorkommen irgendwann nicht mehr vom Goldvorkommen gedeckt werden.

Nicht viel, aber schwer und von enormem Wert

Gold ist aber nach wie vor ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftsstimmung. Denn es gilt für Staaten als sichere Anlage für schlechte Zeiten. Etwa 165.000 Tonnen Gold sind bislang auf der Erde gefördert worden. Das klingt erst einmal viel, Gold ist allerdings mit einer Dichte von 19,32 Gramm pro Kubikzentimeter ziemlich schwer. Zum Vergleich: Das auch nicht gerade leichte Eisen hat eine Dichte von 7,874 Gramm pro Kubikzentimeter.

Schmilzt man das Gold der Welt zu einem Würfel zusammen, überragt er mit einer Kantenlänge von 20,5 Metern nicht einmal das Brandenburger Tor.

Deutschland besitzt nach den USA das meiste Gold der Welt, nämlich 3.396 Tonnen. Zusammengeschmolzen wäre das ein Würfel von gerade einmal 5 Metern 60 Höhe, der allerdings mehr als 100 Milliarden Euro wert wäre. Immer noch eine gute Reserve in der Not.

Der Großteil des deutschen Goldes liegt zusammen mit dem amerikanischen Gold und dem anderer Staaten in im Keller der amerikanischen Notenbank in New York. Rund ein Drittel wird in Frankfurt gelagert, der Rest in London und Paris.