Immer mehr talentierte Franzosen wechseln nach Deutschland

Die Bundesliga spricht Französisch

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19. Juli 2019 - 12:15 Uhr

Franzosen überholen Österreicher

Der WM-Titelgewinn der französischen Nationalmannschaft 2018 kommt nicht von ungefähr. Unverkennbarer Trend: Die Bundesliga-Vereine bedienen sich reihenweise in den Talentschmieden der französischen Clubs. Insgesamt spielen in der neuen Saison 36 Profis mit französischem Pass in der Bundesliga (Stand: 19.07.2019). Damit stellt die "Grand Nation" erstmals die meisten ausländischen Spieler und überholt damit die Legionäre aus Österreich (32 Spieler).

Hernandez, Nkunku & Co. neu dabei

Gerade in dieser Sommer-Transferperiode richtete sich der Blick der Bundesligisten beim Scouting immer öfter gen Frankreich. Mit dem französischen Weltmeister Lucas Hernandez stellten die Bayern einen neuen Rekord-Einkauf für 80 Millionen Euro auf. Bayer Leverkusen verpflichtete von Paris St. Germain den 20-jährigen Flügelspieler Moussa Diaby. Auch RB Leipzig wurde in Paris fündig: Von PSG kam Frankreichs U21-Nationalspieler Christopher Nkunku für 13 Millionen Euro.

Von Monaco nach Mainz zog es Verteidiger Ronaël Pierre-Gabriel. Und Borussia Mönchengladbach steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Offensivspieler Marcus Thuram, Sohn der Verteidiger-Legende Lilian Thuram.

MUNICH, GERMANY - JULY 08: Lucas Hernandez (L) of FC Bayern Muenchen and Karl-Heinz Rummenigge, CEO of FC Bayern Muenchen, pose with Hernandez jersey during a press conference to present new signing Lucas Hernandez at Allianz Arena on July 08, 2019 i
Bayern Münchens Lucas Hernandez ist der teuerste Franzose in der Bundesliga
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Franzosen-Hochburgen in Leipzig, Mönchengladbach, München und Mainz

Auf der Bundesliga-Landkarte werden die Hochburgen der französischen Spielern schnell deutlich. RB Leipzig ist dabei Spitzenreiter mit derzeit fünf Franzosen im Kader. Neben Nkunku streifen sich auch Ibrahima Konaté, Dayot Upamecano, Jean-Kévin Augustin und Nordi Mukiele das RB-Dress über. In Mönchengladbach sind Alassane Plea, Ibrahima Traoré, Michaël Cuisance und Mamadou Doucouré Teil der "French Connection".

Beim FC Bayern spielen sogar mit Hernandez, Corentin Tolisso und Neuzugang Benjamin Pavard drei Weltmeister, die von Landsmann Kingsley Coman Unterstützung erhalten. Und auch Mainz 05 hat in Person von Pierre-Gabriel, Jean-Philippe Mateta, Moussa Niakhaté und Jean-Philippe Gbamin vier Spieler mit französischem Pass im Kader.

Französische Flut an Top-Talenten

Auffällig: Die deutschen Clubs achten besonders auf das Alter der Franzosen. Von den 36 Bundesliga-Spielern mit französischem Pass sind 20 Akteure 23 Jahre oder jünger. Frankreichs Talente-Pool scheint fast unerschöpflich und scheinbar auch noch finanzierbar zu sein. Das alles zur Freude der deutschen Vereine, die Gefallen an den Einkäufen französischer Spieler gefunden haben.