'Die Bestie' Salvatore Riina ist tot: Gefürchtetster Mafia-Boss der Welt gestorben

ARCHIV - Der italienische Mafiaboss Salvatore «Totò» Riina steht am 02.05.1995 in Rom (Italien) während eines Prozesses hinter Gittern. (zu dpa "Italienischer Mafiaboss Riina mit 87 Jahren in der Haft gestorben" vom 17.11.2017) Foto: Giulio Broglio/A
Der italienische Mafiaboss Salvatore 'Totò' Riina starb einen Tag nach seinem 87. Geburtstag.
GF kde, dpa, Giulio Broglio

Der Mafia-Boss soll mehr als 150 Morde in Auftrag gegeben haben

Er hinterließ eine lange Blutspur - und nahm viele Mafia-Geheimnisse mit ins Grab. Salvatore 'Totò' Riina, einst Chef der Cosa Nostra, ist tot. Er soll für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gewesen sein.

Salvatore Riina litt an Nierenkrebs und Herzproblemen

Einer der meistgefürchtetsten Mafia-Paten Italiens ist tot. Salvatore 'Totò' Riina starb einen Tag nach seinem 87. Geburtstag im Krankentrakt des Hochsicherheitsgefängnisses von Parma, wie die Nachrichtenagentur 'Ansa' berichtet. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Riina hatte an Nierenkrebs und Herzproblemen gelitten. "Seine Geheimnisse hat er für immer mit ins Grab genommen", kommentiert die Tageszeitung 'La Repubblica'.

Der 1930 in Corleone auf Sizilien geborene Riina war einer der mächtigsten Bosse der Cosa Nostra. 'Die Bestie' terrorisierte Italien jahrzehntelang. In den 80er und 90er Jahren steckte er hinter vielen der aufsehenerregendsten Mafia-Morde des Landes. Er wurde 1993 gefasst und bekam 13 Mal lebenslang.

Salvatore 'Totò' Riina soll etliche Menschen auf dem Gewissen haben

Im Sommer dieses Jahres war der Aufschrei in Italien groß, als die Möglichkeit im Raum stand, dass Riina wegen seines schlechten Gesundheitszustandes vorzeitig das Gefängnis verlassen könnte. Ein Gericht votierte schließlich dagegen. Anti-Mafia-Staatsanwälte sahen konkrete Anhaltspunkte, dass Riina im hohen Alter und als Gefangener immer noch Kopf der Cosa Nostra war.

Riina habe nie Mitleid mit seinen unschuldigen Opfern gezeigt, hatte die Vorsitzende der Anti-Mafia-Kommission im Parlament, Rosy Bindi, erklärt. Unter seinem Kommando tötete die Cosa Nostra unter anderen 1992 die Top-Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie 1980 den damaligen sizilianischen Regionalpräsidenten Piersanti Mattarella, den Bruder des jetzigen Staatspräsidenten Sergio Mattarella.