Fanbündnis „Unsere Kurve“ skeptisch

DFL will Fans zurück in die Stadien holen

04. August 2020 - 9:05 Uhr

„Es wird nicht viel anders als die Geisterspiele“

Die Pläne der DFL zu einer Rückkehr der Zuschauer in die Fußballstadien stoßen ausgerechnet denen sauer auf, um die es geht: den Fans. Wir haben mit Thomas Kessen vom Fanbündnis "Unsere Kurve" gesprochen. Seine skeptische Haltung sehen Sie oben im Video.

Die DFL hat einen Leitfaden erstellt, der ein Stehplatz- und Alkoholverbot bis zum 31. Oktober vorsieht. Zudem sollen keine Gästefans in den Stadien bis zum Jahresende erlaubt werden. Damit soll das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie verringert werden. Verkauft werden sollen für die Spiele nur personalisierte Online-Tickets, mit denen die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sind.

Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der Mitgliederversammlung am Dienstag per Videokonferenz zur Abstimmung. "Bei aller Sehnsucht, die ich selber als regelmäßiger Stadiongänger habe, wir leben in einer Pandemie. Und die Vernunft sollte immer den Gesundheitsschutz nach vorne stellen", unterstrich Jost Peter, Vorstandsmitglied von "Unsere Kurve", im Inforadio vom rbb und betonte: "Wenn die Fallzahlen steigen und sich daraus ergibt, dass das Fußballspiel nicht zu besuchen ist, dann habe ich das zu akzeptieren."

Zudem fürchtet das Fanbündnis, dass unter dem Corona-Deckmantel bald Regularien gelten, die später nicht mehr zurückgenommen werden. "Auf jeden Fall darf es nicht sein, dass jetzt allgemeine Ticketbedingungen umgeschrieben werden, die auch nach der Pandemie Bestand haben und dann zu nicht so hehren Zwecken wie der Nachverfolgung von Infektionsketten genutzt werden sondern nur noch zur Überwachung der Fußballfans", sagte Kessen im Gespräch mit RTL.

Über eine Rückkehr der Fans ins Stadion entscheidet final die Politik am 10. August.

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