Leitfaden da - Clubs in der Pflicht

DFL macht Weg frei für Rückkehr der Fans in die Stadien

Das Stadion Signal Iduna Park ist mit Fans gefüllt. Auf der Südtribüne erscheint ein großes BVB Logo. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

15. Juli 2020 - 18:36 Uhr

Fußball ab September wieder mit Fans?

Der deutsche Fußball hat genug von Geisterspielen, die Fans wollen zurück in die Stadien -  und zumindest auf dem Papier nimmt deren Wiederzulassung Formen an.

Alles abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den Clubs der 1. und 2. Bundesliga am Mittwoch einen Leitfaden zugeschickt, der diese "bei der Erarbeitung standort-individueller Konzepte" unterstützen soll. Nun sind die Vereine gefordert, diese lokalen Konzepte zu erstellen - um die Tribünen möglicherweise schon zum Saisonstart im September wieder mit Leben zu füllen.

Der Leitfaden der DFL sei dem Bundesministerium für Gesundheit vorab zur Bewertung vorgelegt worden. Dieses habe betont, dass die konsequente Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards Grundvoraussetzung sei, um Fußballspiele mit Publikum wieder möglich zu machen. Eine auch nur teilweise Zulassung von Zuschauern solle laut DFL immer abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein. Außerdem seien die lokalen Konzepte der Clubs entscheidend, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten.

Anreise mit ÖPNV wenn möglich vermeiden

Der Leitfaden enthält etwa bereits exemplarische Sitzplatzmodelle für bis zu 50 Prozent Auslastung, auch eine Modellrechnung für eine 12,5-prozentige Stehplatzauslastung findet sich darin. Eine realistische Gesamtkapazität richte sich an der "Anzahl an Personen, die mit dem vorhandenen Platz und in der verfügbaren Zeit unter Einhaltung eines Mindestabstands bewältigt werden kann". 

Als besonders knifflig erachtet die DFL Anreise und Einlass sowie Abreise und Auslass, diese seien "zeitlich und räumlich zu entzerren", die Anreise zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto ist dabei gegenüber der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Neben dem Einlass und Verlassen des Stadions sei auch die Nutzung von Sanitäranlagen und der Erwerb von Speisen und Getränken "weniger kontrollierbar" und damit riskant.

Allein die Stadionwurst bringt Millionen

Die DFL verdeutlichte auch die finanzielle Bedeutung der Zuschauerrückkehr: "Allein die 18 Clubs der Bundesliga haben in der Saison 2018/19 rund 520 Millionen Euro mit dem Verkauf von Eintrittskarten sowie Speisen und Getränken umgesetzt."

Zuletzt hatte Bundesligist 1. FC Union Berlin mit der Ankündigung aufhorchen lassen, beim Start der neuen Saison in einem voll besetzten Stadion spielen zu wollen. Alle Stadionbesucher sollen zuvor auf das Coronavirus getestet werden.

"Ob es zu bestimmten Punkten, beispielsweise zu Ticket-Kontingenten für Gastvereine, ein einheitliches Vorgehen aller Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga geben wird, soll frühzeitig vor Saisonstart im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL besprochen werden", teilte die DFL weiter mit.