DFB: Wieder Pfiffe gegen Özil und Gündogan - Löw & Co. erbost

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11. Juni 2018 - 11:37 Uhr

"Das hilft niemandem"

Teammanager Oliver Bierhoff ist von den ständigen Diskussionen über das Treffen der deutschen  Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nur noch genervt. Auf die Pfiffe gegen die beiden Deutsch-Türken beim 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im letzten Test vor der WM gegen Saudi-Arabien reagierte auch Bundestrainer Joachim Löw äußerst verärgert.

Bierhoff will nicht mehr darüber reden

"Ihr beendet es doch nicht. Ihr bringt es doch jeden Tag wieder, weil ihr keine Themen habt", hatte Bierhoff noch vor der Partie gegen die Saudis in der ARD gemosert. "Ihr könnt die Fragen aber auch stellen. Ihr müsst nur akzeptieren, wenn einer sagt: Darüber rede ich nicht mehr."

Löw: "Das Thema muss auch mal abgehakt sein"

Gündogan wurde bei seiner Einwechslung (57.) für Marco Reus lautstark ausgepfiffen. Bundestrainer Joachim Löw reagierte verärgert und forderte wie sein Assistent Thomas Schneider das Publikum auf, zu applaudieren. Auch wenn Gündogan am Ball war, gab es Pfiffe. Schon beim Verlesen der Namen vor dem Spiel hatten Gündogan und der angeschlagen auf der Bank sitzende Özil Pfiffe über sich ergehen lassen müssen.

"Dass ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, hilft niemandem", sagte Löw nach dem Spiel in der ARD: "Was soll der Ilkay jetzt tun? Er hat ein Foto gemacht, okay. Aber er hat sich der Presse gestellt und sich zu den deutschen Werten bekannt. Da muss das Thema auch mal abgehakt sein." Das Thema habe beide Spieler beschäftigt, führte Löw aus: "Aber jetzt muss der Blick nach vorne gerichtet werden."

Da muss Gündogan "jetzt einfach durch"

Der Blick zurück dagegen tut Löw weh. "Es hat mich schon geschmerzt. Eine Mannschaft lebt davon, dass jeder Spieler unterstützt wird. Wenn ein Nationalspieler so ausgepfiffen wird, von der Einwechslung über alle Aktionen bis zum Ende, gefällt mir das nicht. Ich kann es auch schwer nachvollziehen, dass es so ist", so der 58-Jährige. 

Für den Mittelfeldspieler von Manchester City "persönlich war es schwierig, ich habe ihn in der Kabine gesehen, da war er geknickt. Aber da muss er jetzt einfach durch", beschloss Löw.