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DFB-Präsident legt nach: Diskussionen um Nationalspieler Mesut Özil gehen weiter

DFB-Boss Reinhard Grindel erwartet Statement

Die Diskussionen um Mesut Özil reißen nicht ab. Der DFB hat jetzt den Druck auf seinen Spieler erhöht: Im Interview mit dem "kicker" stellt DFB-Präsident Reinhard Grindel klar, dass man vom 29-Jährigen ein öffentliches Statement zu seinem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan erwarte. Zuvor hatte Özils Vater Mustafa im Interview mit der "Bild am Sonntag" Partei für seinen Sohn ergriffen. Er rechnete vor allem mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff ab.

Mesut Özil als "Sündenbock hingestellt"

Blamabel in der WM-Vorrunde ausgeschieden, in den Spielen keine gute Leistung gezeigt und die anhaltende Diskussion um das Treffen mit dem türkischen Präsidenten Ergodan: Die Fronten zwischen Mesut Özil und dem DFB scheinen verhärtet.

Vater Özil nimmt seinen Sohn trotz der anhaltenden Kritik in Schutz - und teilt selbst aus. Denn die Äußerung von DFB-Direktor Oliver Bierhoff, dass das DFB-Team bei der WM vielleicht besser auf Özil verzichtet hätte, regt Mustafa Özil so richtig auf: "Eine Frechheit. Sie dient meiner Meinung nach nur dazu, die eigene Haut zu retten." Und der 50-Jährige geht noch weiter: "Es hieß immer: Wenn wir gewinnen, gewinnen wir zusammen. Aber wenn wir verlieren, verlieren wir wegen Özil? Er wird nun ausgepfiffen und als Sündenbock hingestellt - da verstehe ich schon, dass er beleidigt ist." Mesut Özil selbst schweigt weiterhin. Sein Vater gibt einen Einblick in die Gefühlswelt seines Sohnes, er sei "geknickt, enttäuscht und gekränkt." Und für Vater Özil ist klar: "Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Schönen Dank, aber das war es! Dafür ist die Kränkung dann doch zu groß. An Mesuts Stelle würde ich zurücktreten."

"Fans erwarten zu Recht Antworten"

ARCHIV - 27.06.2018, Russland, Kasan: Fußball: WM, Vorrunde, Gruppe F, 3. Spieltag: Südkorea - Deutschland in der Kasan-Arena. Mesut Özil aus Deutschland steht auf dem Platz. Der Ruf nach radikalen Veränderungen und neuen Namen ist nach dem frühen Au
Mesut Özil enttäuschte in Russland wie die gesamte DFB-Elf auf ganzer Linie. © dpa, Christian Charisius, nic fdt

Nicht nur zu den Rücktrittsgerüchten schweigt Özil - auch zum umstrittenen Besuch beim türkischen Präsidenten Ergodan hat er sich öffentlich nie erklärt. Der DFB fordert den 29-Jährigen jetzt zu einer eindeutigen öffentlichen Äußerung auf. "Es stimmt, dass sich Mesut bisher nicht geäußert hat. Das hat viele Fans enttäuscht, weil sie Fragen haben und eine Antwort erwarten", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel in einem "kicker"-Interview. "Diese Antwort erwarten sie zu Recht. Deshalb ist für mich völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte." Man wolle abwarten, in welcher Form sich Özil erkläre. "Es gehört zur Fairness, einem verdienten Nationalspieler, der einen Fehler gemacht hat, diese Chance zu geben."

Zukunft von Mesut Özil in der Nationalmannschaft ungewiss

Ob Özil in Zukunft weiterhin für die Nationalmannschaft auflaufen wird, steht unterdessen noch nicht fest. "Wir müssen die sportliche Analyse abwarten und schauen, ob Joachim Löw weiter mit ihm plant", bestätigte Grindel. Ob Özil nach den Diskussionen überhaupt noch für die DFB-Elf spielen will, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier.

Have faith and thank God for all the blessings 🙏🏼 #M1Ö

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Im Moment versucht der 29-Jährige abzuschalten, ist mit Freundin Amine im Urlaub. Auf Instagram gibt er sich positiv: "Habe Glaube und danke Gott für all die Segen", schreibt er unter einen Urlaubsschnappschuss. 

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