Bayern unterliegen Kiel

Thomas Müller brutal angefressen nach Pokal-Aus: „Was glauben Sie denn, wie die Stimmung ist?“

Thomas Müller kann das Aus im Pokal kaum glauben.
© dpa, Christian Charisius, cvi

14. Januar 2021 - 11:53 Uhr

Andere Bayern-Stars schweigen

Beim stürmischen Schneetreiben in Kiel und einem Hupkonzert im Hintergrund kommt doch noch jemand aus der Bayern-Kabine im Holstein-Stadion: Thomas Müller. Die Laune des Strahlemanns ist ähnlich frostig wie die Temperaturen im Norden nach der Pokal-Sensation und dem Aus des FC Bayern in der zweiten Runde beim Underdog aus der zweiten Liga. Auf das Lachen einer TV-Reporterin und ihre Frage nach der Stimmung in den Katakomben reagiert er deshalb eisig: "Was glauben Sie denn, wie die Stimmung bei uns ist?"

Thomas Müller: Aus hat sich "nicht von Beginn an angedeutet"

"Ja das Fazit ist, dass wir gegen den Underdog aus Kiel verloren haben, der sicherlich alles, was er hat, in die Waagschale geworfen hat", resümiert Müller gegenüber der ARD zu Beginn. "Wir hatten deutlich mehr vom Spiel und von Anfang an mehr Zugriff. Es war keine Pokal-Sensation, die sich vom Beginn an angedeutet hat."

Frust schiebt der Torjäger, der während des Spiels wieder lautstark auf dem Platz gecoacht und seinen Unmut rausgeschrien hatte, besonders wegen des ersten Ausgleichs der Kieler in Halbzeit eins: "Über diese Art von Gegentoren sprechen wir schon eine ganze Zeit."

Müller: "Hätten das Spiel gewinnen müssen"

Dennoch weiß Müller: "Es hat nach einem klaren 2:1 für uns ausgesehen - wenn auch nicht glanzvoll." Lobende Worte für den Gegner findet der Bayern-Star trotz seiner Laune: "Kiel hat es aus meiner Sicht vor allem mit einer Kaltschnäuzigkeit gespielt. Es war eine eingeschworene Truppe." Klar ist für ihn aber: "Nichtsdestotrotz hätten wir das Spiel gewinnen müssen." Seine Zusammenfassung lautet deshalb kurz und knapp: "Wir sind bedient."

Später meldete sich Müller mit deutlich kühlerem Kopf auf Instagram und entschuldigenden Worten: "Puh- Der Last Minute Schock sitzt uns noch in den Gliedern. Trotzdem Glückwunsch an dieser Stelle an Holstein Kiel zum Weiterkommen, das ging bei all dem Frust vorhin im Interview ein wenig unter. Valeska Homburg, das hätten wir wohl beide etwas besser hinkriegen können - nichts für ungut."

Video: So wild feiert Kiel

Flick: "Es ist ein Schock"

Auf den ersten Eindruck deutlich gesammelter zeigte sich schließlich auch noch Trainer Hansi Flick vor den Kameras. "Es ist natürlich ein Schock", so der 55-Jährige in der ARD. Auch er will beim 1:1 der Kieler "das gleiche Muster" erkannt haben, mit dem die Bayern schon seit Wochen defensive Probleme haben – und diese nicht in den Griff bekommen.

"Glückwunsch an Kiel", sagt Flick knapp, ehe er direkt nach vorne schaut: "Es ist so, wir müssen das abhaken und haben viel zu tun. Wir müssen mit dem Ergebnis so leben, wie es ist. Es gibt da auch keine Ausreden."

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