Berlin, Berlin, Leipzig fährt nach Berlin

DFB-Pokal: RB Leipzig schlägt den Hamburger SV und steht erstmals im Finale

25. April 2019 - 10:28 Uhr

RB Leipzig steht erstmals im Pokal-Finale

RB Leipzig steht erstmals im Finale des DFB-Pokals. Der Tabellen-Dritte der Bundesliga siegte bei Zweitligist Hamburger SV mit 3:1. In einem munteren Halbfinale lieferten sich die Sachsen und der HSV lange einen offenen Schlagabtausch. Weil RB fahrlässig mit den eigenen Chancen umging, kam der HSV noch im ersten Durchgang zum Ausgleich - und drängte phasenweise sogar auf die Führung. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde Leipzig stärker und ließ nach der erneuten Führung nichts mehr anbrennen. Wie die beiden Mannschaften das Spiel einordnen, zeigen wir im Video.

David gegen Goliath?

Vor dem Spiel schienen die Rollen klar verteilt: Leipzig, in der Bundesliga auf Champions-League-Kurs, ging als klarer Favorit in das Halbfinale. Der HSV, in der 2. Liga als Tabellenzweiter (noch) auf Kurs Wiederaufstieg, allerdings in der Ergebnis-Krise, war der eindeutige Underdog. Doch bekanntlich hat der Pokal seinen eigenen Gesetzen.

Tatsächlich beginnen die Hamburger mutig und mit offenem Visier. Doch RB steht von Beginn an hoch, setzt die HSV-Abwehr früh unter Druck – und bekommt nach sechs Minuten die erste dicke Möglichkeit: Forsberg zieht von links in den Strafraum und legt dann mit der Hacke ab. Halstenberg rauscht heran und zieht aus 15 Metern direkt ab. Sein Schuss saust nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Wenige Minuten später geht Leipzig dann allerdings in Führung. Halstenberg bringt einen Eckball scharf vor das HSV-Tor, wo Poulsen völlig blank steht und aus kurzer Distanz einköpft (12.).

Doppel-Pfosten verhindert frühe Entscheidung

Beide Mannschaften liefern sich lange einen offenen Schlagabtausch
Beide Mannschaften liefern sich lange einen offenen Schlagabtausch
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In der Folge wackeln die Norddeutschen gewaltig und haben in einer kuriosen Szene ganz viel Glück: Werner bedient Poulsen mit einem Querpass, der Däne schließt ab, trifft aber nur den Außenpfosten. Doch Werner setzt nach, schießt aus kurzer Distanz und scheitert an HSV-Schlussmann Pollersbeck. Am zweiten Pfosten fällt die Kugel Sabitzer vor die Füße, der Österreicher zieht ab, trifft aber ebenfalls nur das Aluminium (16.).

Und der Chancenwucher rächt sich. Kampl vertändelt gegen Jatta den Ball in der eigenen Hälfte. Der Gambier sieht, dass RB-Keeper Gulacsi weit vor dem eigenen Tor steht und zieht dann aus 30 Metern halblinker Position einfach mal ab. Gulacsi macht sich lang, kann den Einschlag im Tornetz aber nicht mehr verhindern (24.). Auch wenn der Torwart dabei eine unglückliche Figur abgibt – Hamburg kommt per Traumtor zum Ausgleich!

Offener Schlagabtausch - aber nur kurz

Die Leipziger antworten mit wütenden Angriffen. Das Rangnick-Team ist weiter die klar bessere Mannschaft. Doch aufgrund der ausgelassenen Chancen und des Doppel-Blackouts vor dem Gegentor steht es nur 1:1. Und dem HSV gibt der Ausgleichstreffer mächtig Rückenwind. Vor der Pause drücken die Hamburger sogar auf die Führung. Erst spielt Santos einen Steilpass genau in die Schnittstellte zu Narey. Der schüttelt Orban ab und spitzelt die Kugel knapp am Tor vorbei (42.). Kurz darauf versucht es Santos aus der Distanz, scheitert jedoch an Gulacsi (45.).

RB kommt mit einer Menge Dampf aus der Kabine - und erspielt sich mehrere Großchancen. In der 52. Minute spielt Kampl Poulsen auf der rechten Außenbahn frei, der Däne bringt den Ball scharf ins Zentrum, wo Janjicic vor Forsberg klären will, den Ball aber unglücklich ins eigene Tor bugsiert. Nach der erneuten Führung wird Leipzig immer stärker: Halstenberg bedient Forsberg, der Schwede trifft aus 16 Metern aber nur die Latte (70.). Nur zwei Minuten später macht er es dann besser. Wieder zieht er von der Strafraumkante ab, dieses Mal schlägt die Kugel flach im Netz zum 3:1 ein. Der HSV stemmt sich bis zum Schluss gegen die drohende Niederlage, kann sich aber keine Großchancen mehr herausspielen.