Leverkusen wacht spät auf - und schläft wieder ein

DFB-Pokal: Mit AlaBUMMS auf die Siegerstraße : Übermächtige Bayern holen das Double

05. Juli 2020 - 9:43 Uhr

Souveräne Bayern holen auch den DFB-Pokal

Mit einer Machtdemonstration erster Güte hat der FC Bayern München nach dem Gewinn der 30. Meisterschaft auch im DFB-Pokal triumphiert. In einem über weite Strecken einseitigen Pokalfinale vernaschten die Münchner Bayer Leverkusen in Berlin mit 4:2 (2:0) und sackten zum 20. Mal den nationalen Pott ein. Trainer Flick ist damit der erste Bayern-Trainer, der im Laufe einer Saison kam und direkt das Double holte.

Blitzstart schockt Leverkusen früh

Leverkusen war zunächst überhaupt nicht auf dem Platz. Schon nach etwas mehr als 20 Minuten lagen die Bayern mit 2:0 in Führung. Ein Zauber-Freistoß von Alaba (16.) und ein eiskalt abgeschlossener Konter von Gnabry gnadenlos (24.) standen Pate für die Übermacht der Münchner, dem das Bosz-Team nicht im Ansatz etwas entgegenzusetzen hatte. Auch vom global umgarnten und den Münchnern zu teueren Top-Talent Havertz war kaum etwas zu sehen.

Bayer wacht erst spät auf

Nach einer Stunde schien die Messe im Olympiastadion endgültig gelesen. Ein langer Ball von Neuer landete bei Lewandowski, der aus rund 30 Metern direkt draufhielt und dank freundlicher Mithilfe von Torwart Hradecky, dem die Kugel durch den halben Körper ömmelte, das 3:0 markierte. Zuvor hatte der eingewechselte Volland für den Europa-League-Teilnehmer die erste Mega-Chance in Slapstick-Art selbst vernichtet. Nach Zuspiel von Diaby traf er frei vor Neuer schlicht und ergreifend den Ball nicht.

Lewandowski nimmt noch einen Rekord mit

Der dritte Gegentreffer war dennoch irgendwie eine Initialzündung für Leverkusen, das sich plötzlich daran erinnerte, angereist zu sein, um endlich den ersten Titel seit 27 Jahren in die gähnend leere Werkself-Vitrine stellen zu können. Sven Bender verkürzte in der 64. Minute, weitere wütende Angriffe der stärker werdenden Leverkusener waren die Folge. Doch zehn Minuten später war der Spuk auch schon wieder vorbei. Mit seinem zweiten Treffer lupfte der Pole in der 89. Minute zum 4:1 ein. Es war der insgesamt achte Treffer Lewandowskis in einem Pokalfinale - Rekord.

Immerhin: Havertz durfte noch mal einnetzen. In der vierten Minute der Nachspielzeit wemste der Nationalspieler einen Handelfmeter in den Giebel. Seine Freude darüber: reinster Frust.

Während Leverkusen damit weiter auf den ersten Titel seit dem DFB-Pokalsieg 1993 warten muss, sind die Bayern weiter auf Triple-Kurs. Im August geht es mit dem Finalturnier der Champions League weiter.