Und immer wieder fällt der Name Müller

Kein Feuer, falsches Personal: Joachim Löw unter Druck

© dpa, Robert Michael, nic

07. Dezember 2020 - 10:37 Uhr

Personalpolitik macht Löw angreifbar

Ein DFB-Präsident (Fritz Keller), der angeblich um seinen Rücktritt bettelt. Ein Sportdirektor (Oliver Bierhoff), der im Hintergrund offenbar nach Alternativen sucht. Für Joachim Löw wird die Luft trotz vieler freudloser Lippenbekenntnisse seiner Vorgesetzten dünner. Vor allem die Personalpolitik macht den Bundestrainer angreifbar. Denn der sportliche Erfolg bleibt nach der (Zwangs-)Verjüngungskur aus. Ein Name bereitet dem Weltmeistercoach wohl schlaflose Nächte: Thomas Müller. Ein Bayern-Star in Top-Form und mit vielen, vielen Fürsprechern.

Einen wie Müller möchte jeder haben

"Ich bin überzeugt, dass er einer derjenigen sein wird, auf die Jogi Löw im Frühjahr, wenn es so bleibt, nicht verzichten wird", sagte Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß am Sonntag in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks.

Auch Bodo Illgner legt den Finger in die Wunde: "So einen Profi möchte jeder Trainer in seiner Mannschaft haben, auch jeder Mitspieler. Von daher kann man darüber nachdenken, einen so engagierten Müller in Topform wieder in die Nationalelf zu berufen", betonte der Weltmeister von 1990 im "kicker".

„Ich sehe da kein Feuer“

Für Lothar Matthäus ist das Kind längst in den Brunnen gefallen. Unabhängig aller Personalfragen. Ein Treuebekenntnis zu Löw? Ein Fehler! "Ich habe nicht den Eindruck, dass da Besserung in Sicht ist. Ich sehe da kein Feuer, keine Emotionen mehr auf der Bank", sagte der 59-Jährige der "Bild. "Mit dieser Weiter-so-Mentalität glaube ich nicht, dass Löw nach der EM noch Bundestrainer sein wird."

Und Löw? Der Bundestrainer wird heute Nachmittag (ab 16 Uhr) sein Schweigen brechen. Bierhoff erwartet dann einen kämpferischen Bundestrainer. "Er hat absolut das Feuer, er hat klare Vorstellungen." Viel Zeit bleibt nicht mehr, das Ruder auf und abseits des Platzes rumzureißen.

RTL.de/sid/dpa