DFB-Elf müllert sich in Schottland zum Sieg

08. September 2015 - 12:38 Uhr

Die deutsche Nationalmannschaft ist nur noch einen Schritt von der Europameisterschaft 2016 in Frankreich entfernt. Am 8. Spieltag gewann die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw 3:2 in Schottland. Dadurch reicht dem Weltmeister in den beiden verbleibenden Partien ein Sieg, um das EM-Ticket zu lösen. In Glasgow erzielte Thomas Müller zwei Treffer und bereitete das entscheidende 3:2 von Ilkay Gündogan sehenswert vor.

DFB-Elf müllert sich in Schottland zum Sieg
Thomas Müller war mal wieder der Matchwinner.
© dpa, Federico Gambarini

Von den 52.000 fanatischen Schotten im ausverkauften Hampden Park ließ sich der Weltmeister nicht verrückt machen. Von Beginn an nahmen die DFB-Kicker das Heft in die Hand. Weil die schottische Auswahl jedoch beherzt verteidigte, dauerte es 18 Minuten bis zur ersten guten Chance – und die führte gleich zum Tor. Müller zog 35 Meter vor dem schottischen Tor zum Tempo-Dribbling an, zog von der Strafraumkante aus ab, und sein abgefälschter Schuss schlug unten rechts im Tor ein.

Schottland lieferte 27 Minuten lang offensiv nichts Nennenswertes ab. Dann schenkte Emre Can den Gastgebern einen Freistoß am Strafraumeck, als der Außenverteidiger seinen Gegenspieler unnötig festhielt. Weil das Foul auf der Strafraumlinie begangen wurde, hätte Schiedsrichter Björn Kuipers aus Holland eigentlich auf Elfmeter entscheiden müssen. Den Schotten war's egal. Shaun Maloney brachte den Ball scharf vors Tor, Neuer faustete den Ball gegen Mats Hummels' Brust, von wo aus die Kugel ins Tor kullerte. "Es war für uns nicht so einfach, weil die Schotten nichts für Spiel getan und nur auf Standards gelauert haben", sagte Bundestrainer Löw nach der Partie.

Slapstick auf beiden Seiten

Die DFB-Elf verdaute den Schock schnell und antwortete mit einem ähnlichen Slapstick-Tor. Mario Götze legte im schottischen Strafraum quer auf Can, der aus 10 Meter auf den Kasten hämmerte. Keeper David Marshall ließ den wuchtigen Schuss abprallen, und Müller (34.) köpfte den Ball Richtung Tor. Die Kugel rollte gegen den Pfosten und von dort aus über die Linie zum verdienten 2:1.

Danach ließen die Deutschen den Ball geschickt durch die eigenen Reihen laufen. Die Löw-Elf bestimmte das Spielgeschehen. Doch Schottland machte eiskalt mit seiner gnadenlos effizienten Chancenverwertung weiter. Nach einem Eckball von Maloney klärt Gündogan halbherzig vor die Füße von James McArthur (43.), der Neuer aus 12 Metern per Dropkick keine Chance ließ.

DFB-Elf müllert sich in Schottland zum Sieg
Ilkay Gündogan erzielte den Siegtreffer.
© REUTERS, Graham Stuart

Vollgas auch nach dem Seitenwechsel

Auch nach der Pause boten die Teams den Zuschauern eine muntere Vorstellung, die dem Treiben der 1. Halbzeit ähnelte. In der 54. Minute bemühten Müller und Gündogan dann das ganz feine Füßchen. Der BVB-Star steckte für den Münchner im Strafraum durch. Aus der Drehung legte Müller dann für Gündogan ab, der aus 12 Metern lässig einnetzte.

Im Laufe der 2. Halbzeit ging den Schotten die Puste aus. Deutschland spielte den Stiefel dann im Stile eines Weltmeisters souverän runter. Die beiden Sechser Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger trugen genau wie die aktiven Gündogan und Müller mit cleveren Pässen dazu bei, dass die Schotten kaum an den Ball kamen. In der Schlussphase hatten Gündogan (84.) und Götze (86.) zwei große Chancen, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Aus 15 Metern kamen sie jeweils frei zum Abschluss, scheiterten jedoch an Torwart Marshall und den eigenen Nerven. Zum Sieg sollte es dennoch reichen.

"Jetzt müssen wir so weitermachen, den Schwung aus den guten Spielen mitnehmen und gegen die anderen auch gewinnen", sagte Manuel Neuer nach der Partie. Teamkollege Müller war ähnlich gut gelaunt. "Momentan läuft's einfach. Fühlt sich gut an", sagte der Doppeltorschütze, den die RTL-Zuschauer mittels Inside-App zum Spieler des Spiels wählten.

Weil Irland gleichzeitig 1:0 gegen Georgien gewann, ist die deutsche Elf noch nicht sicher bei der EM dabei. Am 8. und 11. Oktober geht es für das DFB-Team in der EM-Quali in die beiden abschließenden Spiele in Irland und gegen Georgien (live bei RTL). Mit einem Sieg aus den beiden Partien hätte Deutschland sein EM-Ticket sicher.