2018 M07 11 - 11:26 Uhr

Ottmar Hitzfeld sieht Versagen der DFB-Spitze

Wer Wind sät, wird Sturm ernten: In der Affäre um Mesut Özil gerät die DFB-Spitze und die sportliche Führung der Nationalmannschaft immer stärker unter Druck. Für Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld war es schlichtweg ein Fehler, Özil und Ilkay Gündogan nach der Posse um ihr öffentlichkeitswirksames Treffen mit dem türkischen Staatpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit zur WM zu nehmen. Ein Versagen der DFB-Verantwortlichen um Präsident Reinhard Grindel und Bundestrainer Joachim Löw.

Affäre mit Einfluss auf Leistung

"Ich glaube, dass man Özil und Gündogan damit keinen Gefallen getan hat, sie mit zur WM zu nehmen, wo sie unter so gewaltigem Druck standen. Man hätte sie aus meiner Sicht schützen müssen und zu Hause lassen, um danach wieder einen Neuanfang zu machen. Dann hätte man während der WM Ruhe gehabt, das Thema wäre gegessen gewesen", sagte der ehemalige Trainer des FC Bayern und von Borussia Dortmund dem "Sportbuzzer".

Die Affäre um die Erdogan-Fotos habe "sicher auch Einfluss auf die Mannschaft" gehabt, schrieb der 69-Jährige in seiner Kolumne. "Die Spieler wurden ja ständig damit konfrontiert und bekommen auch mit, was geschrieben wird. Das war sicher nicht förderlich", sagte der frühere Schweizer Nationalcoach.

Rücktritt von Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel gefordert

Im Vorfeld der WM in Russland hatten Özil und Gündogan durch gemeinsame Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan für einen Eklat gesorgt, dessen Nachwirkungen die deutsche Elf durch das Turnier begleiteten.

Nach dem Vorrunden-Aus der Elf von Bundestrainer Löw hatten DFB-Präsident Grindel und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zuletzt eine öffentliche Erklärung des bislang zu dem Thema schweigenden Weltmeisters Özil verlangt.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, reagierte auf die Kritik an Özil empört und forderte gar den Rücktritt von Bierhoff und Grindel.