1. August 2011 - 11:15 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat auf dem Hamburger Flughafen die bundesweit ersten Körperscanner in Betrieb genommen. Die beiden Geräte werden für mindestens ein halbes Jahr getestet. Für die Passagiere ist die Nutzung freiwillig. Die Scanner sollen helfen, am Körper verborgenen Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren.

Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Luftsicherheitskontrolle auf deutschen Flughäfen, sagte der Innenminister. "Der Test mit diesem Gerät ist auch möglich geworden, weil wir sichergestellt haben, dass die von mir immer wieder genannten drei Grundvoraussetzungen erfüllt sind: gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und ein Mehrwert für die Luftsicherheit."

Die Geräte bilden keine echten Körperbilder ab. Gegenstände werden in einer schematischen Strichmännchendarstellung angezeigt. Eine hitzige Debatte hatte es über die Einführung sogenannter Nacktscanner gegeben, nachdem im Oktober 2008 ein Vorstoß der EU-Kommission hierzu bekanntgeworden war.

Nachkontrolle "sensibler Bereiche" am Körper

Die Securityscanner wurden bei der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet. Die Geräte arbeiten nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Millimeterwellen. Für den Praxistest wurde der am nächsten gelegene große Flughafen - Hamburg - ausgesucht.

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, hatte darauf hingewiesen, dass sich beim Einsatz der Geräte mehr Menschen als bisher einer Nachkontrolle unterziehen müssten - "und dies häufig in sehr sensiblen Bereichen". Besonders betroffen seien Menschen, die medizinische Hilfsmittel bei sich führten, wie etwa Windeln oder künstliche Darmausgänge. Diese würden nicht als solche sichtbar gemacht, aber als potenziell gefährlicher Gegenstand in der entsprechenden Körpergegend ausgewiesen und farblich markiert. Es sei unerlässlich, dass diese Bilder nur vom Kontrollpersonal und nicht von Passagieren einsehbar sein dürften, forderte Schaar.