Umweltministerin unterstützt internationalen Plan

Deutschland will Exportverbot für unsortierten Plastikmüll

ARCHIV - 04.06.2018, Indien, Mumbai: Ein Mann sammelt Plastik und andere wiederverwertbare Materialen an der von Plastiktüten und sonstigen Müll übersäten Küste des Arabisches Meeres.   (zu dpa "Bundesregierung will Exportverbot für unsortierten Plas
Plastikmüll am Meer
HH nwi fgj gfh, dpa, Rafiq Maqbool

Bundesregierung will "dreckigen Handel" verbieten

Die Bananenschale in die Biotonne, der Pappkarton ins Altpapier und der Joghurtbecher in die Gelbe Tonne: Die richtige Mülltrennung ist für den Umweltschutz unerlässlich. Doch was passiert mit Plastikmüll, der unsortiert in riesigen Deponien landet? Ein Teil davon endet in Ländern wie Malaysia oder Indonesien, wo er zusammen mit anderem Plastikmüll große Umweltschäden anrichten kann. Die Bundesregierung will diesen "dreckigen" Handel nun verbieten.

Auch deutsche Unternehmen schicken Plastikmüll ins Ausland

Deutschland setze sich dafür ein, dass weltweit nur noch saubere und sortenreine Kunststoffabfälle frei gehandelt werden dürften, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Mein Ziel ist ein Exportverbot für unsortierte Plastikabfälle", so Schulze. Hintergrund sind Berichte über Plastik-Vermüllung in Ländern wie Malaysia oder Indonesien, in die auch deutsche Unternehmen Abfall exportieren. Das ist zwar fürs Recycling erlaubt - unser Video zeigt, dass sich Malaysia allerdings an Vereinbarungen nicht hält und Müll illegal verbrennt.

"Basler Übereinkommen" will neue Regelungen finden

Die Ministerin befindet sich gerade mit anderen Vertretern des „Basler Übereinkommens“ in Genf. Über 180 Staaten gehören zu den Unterzeichnern des Abkommens. Eine der wichtigsten dort festgeschriebenen Aufgaben: Zulässigkeit und Kontrolle von Exporten gefährlicher Abfälle.

Dass Abfälle aus Deutschland in Staaten wie Malaysia die Umwelt verschmutzen, ist zwar "sicher nicht die Regel, aber wenn es doch passiert, ein unerträglicher Zustand", sagt Schulze. Denn auch der recht harmlos wirkende Joghurtbecher könne zur Gefahr für Mensch und Umwelt werden, wenn er unkontrolliert auf Mülldeponien der Dritten Welt verbrannt wird.

Die Vertragsstaaten des Basler Übereinkommens beraten zwei Wochen lang. Thema ist unter anderem der Kampf gegen die Vermüllung der Meere.