Deutschland und Frankreich: Lange Freundschaft braucht Pflege

22. September 2012 - 18:00 Uhr

Lange Geschichte

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer machten mit dem Elysee-Vertrag zur deutsch-französischen Freundschaft am 23. Januar 1963 den Anfang, Helmut Schmidt und Valery Giscard d'Estaing vertieften die Freundschaft und konkretisierten die Vision eines gemeinsamen Europas, Helmut Kohl und Francois Mitterand schließlich waren entscheidende Beteiligte und Unterzeichner des Maastricht-Vertrages, aus dem die heutige EU hervorging.

Hollande, Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Francois Hollande im Innenhof des Barockschlosses in Ludwigsburg.
© dpa, Bernd Weißbrod

Die steckt seit ein paar Jahren in einer Krise. Im Kampf gegen diese koordinierten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy immer öfter ihr Vorgehen und wurden zu Merkozy, als dann auf einmal Francois Hollande Sarkozy ablöste. Merkel hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie es bevorzugen würde, wenn Sarkozy im Amt bliebe. Sie unterstützte Sarkozy im Wahlkampf, Hollandes Ideen der Wirtschafts- und Finanzpolitik teilte sie nie. Als Hollande die Wahl gewann, schien sich das deutsch-französische Verhältnis abzukühlen.

Ein "freundschaftliches Verhältnis" und ein "guter Geist"

Aber zur Feier des 50. Jahrestag von de Gaulles Rede an die deutsche Jugend im Ludwigsburger Schloss am 9. September 1962, der ein entscheidender Schritt hin zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag war, haben Merkel und Hollande ihr gutes Verhältnis betont. Merkel sagte nach einem Arbeitsessen in Asperg bei Ludwigsburg, sie verbinde mit Hollande ein "freundschaftliches Verhältnis".

Gemeinsam versuchten sie, für Europa das Beste zu bewegen. Der Sozialist Hollande erklärte, die Gespräche mit Merkel seien von einem "guten Geist" geprägt. Es gehe darum, dass Paris und Berlin Kompromisse erreichten, um die anderen EU-Länder dann mitzunehmen.