Schaulaufen für den Bundestrainer

Die Gewinner und Verlierer des Tschechien-Tests

Das deutsche Team bejubelt den Führungstreffer
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12. November 2020 - 10:15 Uhr

DFB-Team: Wer konnte punkten?

B-Elf im Fokus: Das Testspiel der deutschen Azubi-Mannschaft gegen Tschechien (1:0) war auch ein Schaulaufen der Spieler aus der zweiten Reihe. Für viele ist es eine der wenigen Möglichkeiten, sich dem Bundestrainer Joachim Löw zu präsentieren. Wer hat Punkte im Kampf um Stamm- und EM-Plätze sammeln können, wer das Gegenteil? Wir zeigen Ihnen die Gewinner und Verlierer des Testspiels gegen Tschechien.

Die Gewinner

Florian Neuhaus: Mit Debütant Philipp Max zusammen der Mann des Abends: War über 90 Minuten hellwach und präsent. Verteilte bei seinem erst zweiten Länderspiel viele Bälle und glänzte mit einem Knaller ans Lattenkreuz in der 77. Minute. Mit solchen Auftritten spielt sich der Gladbacher ins Rampenlicht und in den EM-Kader von Löw.

Philipp Max: Der Eindhoven-Profi feierte ein gelungenes Debüt auf der linken Außenseite und belohnte sich selbst mit dem Assist zum 1:0. Seine scharfen Hereingaben von links sorgten für viel Gefahr. Der 27-Jährige betrieb mächtig Eigenwerbung. Max könnte eine echte EM-Option für die linkte Seite sein, auf der Marcel Halstenberg normalerweise spielt. Löw anerkennend bei RTL: Er hat das "sehr, sehr gut" gemacht.

Ilkay Gündogan: Der Kapitän zog in der ersten Halbzeit souverän die Fäden und bewies Leader-Qualitäten. Nach seiner Auswechslung (wurde geschont für die Nations League) verlor das DFB-Team zunehmend den Zugriff. Der 30-Jährige unterstrich, dass er zu einem echten Führungsspieler gereift ist und ein wichtiger Bestandteil der EM-Mannschaft werden kann.

Ridle Baku: Der zweite Debütant des Abends war am ersten Tor beteiligt. Auch wenn der Wolfsburger etwas weniger auffällig als sein Pendant Max war, spielte er sich dennoch in den Vordergrund. Agil beackerte er die rechte Seite des DFB-Teams. Dieser Einsatzwille und Offensivqualitäten sollten mit weiteren Einsätzen belohnt werden.

Kevin Trapp: Schwierige Situation für den Keeper. Lange Zeit war der Frankfurter nicht gefordert, dann musste er in der 82. Minute mit einem starken Reflex klären. Mit seiner Parade verhinderte er den späten Ausgleich. Das gab auch Sonderlob vom Bundestrainer: "Der war schwer zu halten, das hat er klasse gemacht", sagte Löw am RTL-Mikro. Trapp blieb damit in seinem fünften Länderspiel zum ersten Mal ohne Gegentor und sammelte Punkte im Rennen um die drei Torhüter-Positionen im Kader.

Die Highlights der Partie im Video

Die Verlierer

Julian Brandt: Von dem Dortmunder blieb vor allem eine Szene in der Erinnerung: Bei seiner Großchance in der 32. Minute ballerte er den Ball in den Leipziger Himmel, dem war eine schwache Ballannahme vorangegangen. "So eine Chance muss er nutzen, um nachhaltig Ansprüche anmelden zu können", sagte RTL-Experte Michael Ballack.

Auch Bundestrainer Löw sieht noch Luft nach oben: "Er war nicht immer glücklich in allen Aktionen", sagte Löw: "Ich hoffe und erwarte den nächsten Schritt von ihm. Er hat sehr viel Können, ist aber ein bisschen schwankend in der Leistung." Bei RTL forderte Löw, dass Brandt "die nächste Hürde überspringt".

Video: Löws Forderung an Brandt

Jonas Hofmann: Der Gladbacher kam gut ins Spiel, setzte Akzente und musste dann in der 20. Minute mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Bitter! Wie lange der Mittelfeldspieler ausfällt, ist noch unklar. Nach der Partie sagte Löw, dass Hofmann für die Nations-League-Spiele wohl keine Option sei.

Nadiem Amiri: Der Leverkusen-Profi kam Anfang der Partie für den verletzten Hofmann rein, konnte diesen aber nicht gleichwertig ersetzen. Versemmelte Ende der ersten Halbzeit gleich zwei gute Chancen, sonst war wenig von ihm zu sehen. Im Kampf um EM-Plätze im Mittelfeld wird es für den 24-Jährigen schwer.

Nico Schulz: Der Linksverteidiger, der zurzeit nur zweite Wahl bei Borussia Dortmund ist, konnte seine gut 20 Minuten Einsatzzeit nicht wirklich nutzen. Im Vergleich zu Max war er deutlich weniger gefährlich nach vorne, auch in der Defensive anfälliger. Die EM-Chancen werden kleiner…

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