Deutschland säuft ab: Überschwemmungen und Erdrutsche drohen

28. Mai 2014 - 19:21 Uhr

Hier nachlesen, wo es gefährlich wird

Böses Ende einer kurzen Schönwetterphase: Starker Regen und heftige Gewitter haben in weiten Teilen Deutschlands Keller geflutet, den Verkehr behindert und teilweise schwere Schäden angerichtet. Nicht nur das: Anhaltender Regen mit Wassermassen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter prasselt auf uns nieder und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

Dauerregen: Deutschland säuft ab
Starke Regenfälle fluten Keller und Straßen
© dpa, Thomas Pöppel

In Hessen und Niedersachsen unterspülten die Wassermassen Straßen; Regen, Hagel und Sturmböen brachten den Autofahrern extreme Bedingungen. Bei einem Gewitter in Nordhorn schlug in zwei Mehrfamilienhäusern der Blitz ein, ein Schornstein zerbrach in seine Einzelteile. In Emsbüren musste die Feuerwehr zu einem Rettungseinsatz in einem Neubaugebiet ausrücken. Dort drohte ein Kran nach dem Unwetter umzustürzen. Zwei Wohnhäuser mussten geräumt werden.

Auch in Bayern kamen etliche Liter vom Himmel. Besonders stark wüteten die Unwetter im südlichen Mittelfranken sowie in Teilen Ost- und Oberbayerns. Im niederbayerischen Kelheim richteten Wassermassen Schäden in einem Einkaufszentrum an - Wasser lief Aufzugschächte sowie Rolltreppen hinab. Auf dem Münchner Flughafen führte das Unwetter zu fast 50 Annullierungen. Mehr als 100 Starts und Landungen verspäteten sich um mehr als eine Stunde. In Freising löste sich diese Gerölllawine durch die Regenfälle.

In Nordrhein-Westfalen gab es zudem mehrere wetterbedingte Unfälle. Auf regennasser Autobahn starb in Düsseldorf ein 27 Jahre alter Autofahrer als sein Wagen außer Kontrolle geriet und sich überschlug. Mit schweren Verletzungen überstand ein 45-Jähriger einen Unfall mit seinem Auto auf der A 4 bei Overath. Ursache könnte Aquaplaning gewesen sein, teilte die Polizei Köln mit. Zudem rückte die Feuerwehr zu Einsätzen wegen überquellender Gullis in Köln und überfluteter Keller in Viersen aus.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden weiterhin flächendeckend Regenmengen von 50 bis 100 Liter erwartet, örtlich können an die 150 Liter nieder gehen. Aufgrund der eingelagerten Gewitter und des anhaltenden Platzregens erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für lokale Überschwemmungen und Erdrutsche. Im Zuge der angekündigten Unwetter in Sachsen hat das Landeshochwasserzentrum für alle Flussgebiete mit Ausnahme der Elbe Warnungen herausgegeben. Bereits von Überschwemmungen betroffen ist der Raum Meißen, in dem binnen einer Stunde 37 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Im Elbtal und im Triebischtal verwüsteten Schlammlawinen mehrere Straßen.

Keine Besserung in Sicht

Besserung ist jedoch nicht in Sicht: Es geht in der gesamten Republik weiter mit Dauerregen, im Osten und Süden muss sogar mit heftigem Starkregen, Hagel und auch Sturmböen gerechnet werden. Lokal gehen bis zu 120 Litern pro Quadratmeter nieder. Ganz vereinzelt sind auch Spitzenwerte um 200 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden zumindest theoretisch nicht ausgeschlossen.

Am Mittwoch lässt die Gewittertätigkeit zwar allmählich nach. Allerdings regnet es weiter heftig und vor allem im Osten, Norden und Westen muss mit kräftigen, teils unwetterartigen Regenmengen gerechnet werden.

Pünktlich zum Feiertag am Donnerstag soll sich das Wetter wieder etwas beruhigen. Vor allem in der Nordhälfte des Landes und im Südwesten könnten die Vatertags-Ausflügler auf trockenes und mildes Wetter hoffen.