Deutschland leidet und profitiert von der 'Eiszeit'

10. Februar 2016 - 13:09 Uhr

Ab dem Wochenende ist Entspannung in Sicht

Der Extrem-Frost in Deutschland wird allmählich zum Extrem-Frust. Der Energieverbrauch steigt massiv, immer mehr Flüge sind verspätet. Wegen Treibeises ist die Elbe von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg komplett für den Schiffsverkehr gesperrt. Und als dritte Nordsee-Insel ist jetzt Spiekeroog vom Festland abgeschnitten.

Deutschland leidet und profitiert von der 'Eiszeit'
Zahlreiche Flüsse liegen unter Packeis und zwingen Binnenschiffer in die Häfen.
© dpa, Arno Burgi

Dazu fiel gestern Abend und in der Nacht Neuschnee, der dutzende Unfälle auslöste. Auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden rutschten die Fahrzeuge nur noch vorwärts. Bei den Minusgraden fror der Schnee sofort fest, die Straßen waren spiegelglatt.

Eine richtige Entspannung der eisigen Lage wird es erst am Wochenende geben. Zwar wird es heute etwas wärmer, doch Donnerstag und Freitag wird es nochmal richtig frostig. Dann ist das Schlimmste erst mal überstanden und das Eisfach Deutschland taut langsam auf. Für das Wochenende sind sogar die ersten positiven Werte in diesem Februar zu erwarten.

Binnenschifffahrt fürchtet um Existenz

Doch neben dem Frost-Frust gibt es auch Gewinner der Rekord-Minustemperaturen: Bei Heiz- und Sanitärunternehmen stehen die Telefone aufgrund geplatzter Heiz- und Wasserleitungen nicht mehr still. Auch Pannendienste – wie die Gelben Engel vom ADAC – leisten Akkordarbeit im Kampf gegen streikende Autobatterien.

In Hamburg strömten viele Menschen zur Alster, um den Winterspaß auf Schlittschuhen zu genießen. Auch der Einzelhandel freut sich über das späte Winter-Comeback. Der Verkauf von Jacken, Handschuhen und Schals brummt.

Weniger flüssig läuft es dagegen bei der Binnenschifffahrt. Zahlreiche Flüsse liegen unter Packeis und zwingen Binnenschiffer in die Häfen. Einige Schiffer bangen bereits um ihre Existenz. Ums Überleben geht es auch für viele heimische Vögel. Sie sind wegen dem gefrorenen Boden auf Futter aus Menschenhand angewiesen.