Auch Frankreich und Großbritannien ziehen mit

Deutschland macht Iran für Angriffe in Saudi-Arabien verantwortlich

Nach dem Drohnenangriffe in Saudi-Arabien
Nach dem Drohnenangriffe in Saudi-Arabien
© dpa, Amr Nabil, nwi

23. September 2019 - 22:57 Uhr

"Für uns ist deutlich, dass der Iran die Verantwortung für diesen Angriff trägt"

Nach den USA machen auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Iran für die Angriffe auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich. "Für uns ist deutlich, dass der Iran die Verantwortung für diesen Angriff trägt", hieß es in einer am Montag am Rande der UN-Vollversammlung veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der französischen sowie der britischen Regierung.

Laut den USA stammen die beim Angriff eingesetzten Waffen aus Iran

Hintergrund ist der Angriff auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien vor einer Woche. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen hatten sich zu der Tat bekannt. Die USA und Saudi-Arabien hingegen sehen den Iran als Urheber des Angriffs. Teheran streitet dies ab. "Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war", sagte US-Verteidigungsminister Mark Esper. Die Untersuchungen amerikanischer, saudischer und internationaler Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Washington will eine militärische Eskalation offenbar vermeiden

US-Präsident Donald Trump will offenbar zunächst keine Vergeltungsschläge gegen den Iran, sondern setzt auf härtere Sanktionen und die Entsendung zusätzlicher Truppen in die Region. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten unterdessen für den Fall eines Angriffs mit einem "Krieg ohne Grenzen". Der Iran werde zurückschlagen und es werde "nirgendwo sicher bleiben", erklärte Chefkommandeur Hussein Salami am Samstag. Iranische Vertreter hatten für den Fall eines Angriffs bereits zuvor mit einem "umfassenden Krieg" und Vergeltungsschlägen gegen Israel gedroht.

Washington hingegen schien bemüht, eine militärische Eskalation zu vermeiden. "Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden", sagte Verteidigungsminister Mark Esper. Die Verstärkung soll demnach auf die Abwehr von Luft- und Raketenangriffen ausgerichtet sein. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate hätten um Unterstützung gebeten.

Quelle: dpa/RTL.de