Deutschland bibbert weiter: Kälteste Nacht seit 100 Jahren droht

23. März 2014 - 14:21 Uhr

Deutschland bibbert Frühling entgegen

Auch wenn sich zu Ostern möglicherweise endlich der lang ersehnte Frühling zeigen soll - bis dahin müssen wir noch kräftig bibbern. Mindestens bis zum Mittwoch bleibt es in weiten Teilen des Landes frostig. Vor allem die Nachttemperaturen sinken auf eisige Werte, auch tagsüber sieht es nicht viel besser aus. Doch damit nicht genug: Ein neues Schneetief erreicht uns schon wieder.

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Der Winter will sich in diesem Jahr einfach nicht verabschieden. Jetzt droht auch noch die kälteste Nacht seit 100 Jahren.
© dpa, Kay Nietfeld

Strahlender Sonnenschein, aber klirrende Kälte im Nordosten. Im Süden hingegen grau in grau. Aber auch hier soll es in den nächsten Tagen noch sehr kalt werden. In der Nacht zum Sonntag erreichen einige Städte schon wieder neue Kälterekorde für den März. Während am Brocken mit -14,5 Grad bereits der bisherige Rekord von -13,9 Grad (21.03.1980) geknackt wurde, könnte es in anderen Städten wie in Berlin die kälteste Märznacht seit über 100 Jahren werden.

Vor allem den Norden hat der 'März-Winter' drei Tage nach Frühlingsanfang noch immer fest im Griff. Bei Temperaturen zwischen -7 Grad in Hamburg und teilweise unter -10 Grad an der Mecklenburgischen Seenplatte zeigt sich dort wenigstens ab und an die Sonne. Durch den stürmischen Wind liegen die gefühlten Temperaturen jedoch deutlich darunter. Ein ganz anderes Bild dafür in der Mitte und im Südwesten: Hier kommt mal wieder ein neues Schneetief zu uns rein.

Ob sich nach der erneuten Eisfront aber tatsächlich am Ende der Karwoche der trübste Winter seit mehr als 42 Jahren verabschiedet, ist noch nicht so ganz sicher.

Winter extrem in Europa

Doch nicht nur in Deutschland kämpfen die Menschen gegen Schnee, Regen und Kälte an. Die anhaltende Kälte hat auch ganz Großbritannien in einer Winterlandschaft verwandelt. Nachdem bereits am Freitag Schneefälle in Nordirland zu Stromausfällen führten und Tausende Schulen geschlossen bleiben mussten, kam es auch heute in vielen Teilen des Landes zu Behinderungen, wie Wetterdienst und Polizei mitteilten.

In der Nacht wurden in Cumbria in Nordwestengland 70 Autofahrer aus ihren Fahrzeugen geholt, nachdem sie in Schneeverwehungen stecken geblieben waren. Außerdem mussten Teile der Atomanlage Sellafield wegen des heftigen Wintereinbruchs in den Notbetrieb geschaltet werden. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, für die Menschen oder die Umwelt rund um die Anlage bestehe keinerlei Gefahr, teilte der Betreiber mit.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew verhängten Behörden nach einem verheerenden Schneesturm den Ausnahmezustand: In der Stadt mit drei Millionen Einwohnern herrschten chaotische Verhältnisse nach einem halben Meter Neuschnee. Allein in einer Nacht war in Kiew so viel Niederschlag gefallen wie sonst in einem ganzen Monat März.