Einzelkritik für das DFB-Team

Die Mannschaft - das Zeugnis

© dpa, Marius Becker, hpl

10. Oktober 2019 - 13:47 Uhr

So haben wir die DFB-Spieler benotet

Die deutsche Nationalmannschaft hat trotz einer 2:0-Führung im Klassiker gegen Argentinien nur 2:2 gespielt. Wir haben die Leistungen der DFB-Kicker unter die Lupe genommen.

TAKTIK

Bundestrainer Joachim Löw schickte seine durch Ausfälle geplagte Elf in einem 3-4-3-System auf das Feld im Dortmunder Stadion. Die Dreierkette um Emre Can, Robin Koch und Niklas Süle wurde bei Bedarf vom Leipzig-Gespann Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann unterstützt, davor spielten Joshua Kimmich und Kai Havertz. Vorne sollten Luca Waldschmidt, Julian Brandt und Serge Gnabry offensives Feuer entfachen.

TOR

Marc-André ter Stegen: Der Herausforderer von Manuel Neuer bekam kaum Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Musste das ein oder andere Mal ungenaue Pässe seiner Vorderleute ausbügeln. Bei den Gegentoren schuldlos. Note: 3

ABWEHR

Emre Can: Durfte auf ungewohnter Position als rechter Verteidiger ran, beackerte diese aber mit dem Selbstbewusstsein eines italienischen Meisters. Verhinderte früh (9.) Schlimmeres vor Knipser Lautaro Martinez. Tauchte in Halbzeit 2 nach einem Konter sogar im Sechzehner der Gauchos auf, verpasste aber per Pike die dicke Möglichkeit. Note: 3

Robin Koch: Erstes Spiel und dann gleich zentral in der Innenverteidigung ins kalte Wasser geschmissen. Der Freiburger machte seine Sache ordentlich, auch wenn er beim Gegentreffer von Alario zu weit weg stand. Profitierte im ersten Abschnitt von den erschreckend harmlosen Argentiniern. Man hätte ihn gern gegen einen Lionel Messi gesehen. Note: 3

Niklas Süle: Kochs linker Nebenmann spielte anfangs seine Bayern-Erfahung aus. Ließ sich in der ersten Halbzeit aber vom argentinischen Gegenspieler austanzen. Beim Gegentreffer hatte er Abstimmungsschwierigkeiten mit Koch. Auch beim 2:2 konnte er Ocampos nicht mehr halten. Note: 4

MITTELFELD

Lukas Klostermann: Bereitete den Treffer von Gnabry vor und leitete mit seiner Agressivität und Geschwindigkeit auch das 2:0 ein. Guter Auftritt auf der rechten Außenbahn. Note: 2

Joshua Kimmich: Durfte heute die Kapitänsbinde überstreifen. Nach überhartem Einsteigen sah er früh Gelb (11.), ließ sich anfangs in verbale Scharmützel verwickeln. Schaltete beim Freistoß (45.) am schnellsten und schickte Gnabry gedankenschnell. Sein direkter Freistoß im zweiten Durchgang forderte Keeper Marchesin. Note: 3

Kai Havertz: Als Vorbereiter und Vollstrecker präsent. Machte weite Wege und belohnte sich selbst mit seinem Premierentreffer (22.). Note: 2

Marcel Halstenberg: Sein grandioser Freistoß (35.) landete an der Latte. Machte ansonsten die linke Seite weitgehend dicht. Fiel in der zweiten Halbzeit wie die meisten Teamkollegen vor allem defensiv ab. Note: 3

ANGRIFF

Serge Gnabry: Er liefert die Definition der Phrase "einen Lauf haben", deswegen machte RTL-Experte Jürgen Klinsmann ihn zu seinem Spieler des Spiels. Der 24-Jährige wirbelte, spurtete und traf mal wieder. Leitete die erste Großchance von Brandt ein, kurz darauf war er selber zur Stelle und markierte die Führung (15.), wenig später bediente er Havertz (22.). Zehn Tore in elf Länderspielen sprechen für sich. Note: 1

Luca Waldschmidt: Der Debütant fiel im Vergleich zu seinen Nebenmännern etwas ab. War viel in Bewegung, ein gefährlicher Abschluss war ihm nicht vergönnt. Da ist noch Luft nach oben. Note: 3

Julian Brandt​: Der Dortmunder scheiterte freistehend vor Marchesin (14.), wurde oft angespielt, agierte oft aber auch glücklos. Wurde zur Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Note: 4

Einwechslungen

Nadiem Amiri (66.) für Julian Brandt.

Suat Serdar (71.) für Serge Gnabry.

Sebastian Rudy (83.) für Kai Havertz.