Deutschland 83: DDR-Spion Martin Rauch verhindert die nukleare Eskalation

19. Dezember 2015 - 13:50 Uhr

Die Welt steht kurz vor dem Abgrund

Als Martin Rauch auf die Mission seines Lebens geschickt wird, ahnt er noch nicht, in welche dramatische Lage er am Ende geraten würde. Der junge ostdeutsche Soldat wird unter dem Decknamen Moritz Stamm als Spion in eine Bundeswehrkaserne in der Nähe von Bonn eingeschleust und soll herausfinden, was die Amerikaner vorhaben. Die Russen und die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) in der DDR sind sich sicher, dass die NATO einen nuklearen Angriff auf den Ostblock starten will, nur wissen sie nicht wann. Martin hat bereits einen NATO-Bericht gestohlen, in dem die Erfolgsaussichten im Falle einer nuklearen Eskalation ausgelotet werden. Darin steht, dass die Amerikaner einen Atomkrieg für nicht beherrschbar halten. Doch diese Information wird in der HVA unter den Teppich gekehrt. Die Russen sind fest entschlossen, zuerst zuzuschlagen.

Die HVA hat den Namen eines Manövers aufgeschnappt: 'Abele Archer'. Geleitet wird die Aktion von dem Bundeswehrgeneral Wolfgang Edel. Da Martin sich im direkten Umfeld des Generals befindet, soll er herausfinden, was 'Able Archer' ist. Als er erkennt, dass es sich bei der Aktion nur um ein Übungsmanöver handelt und nicht um den von den Russen vorhergesehenen Angriff, versucht er seine Vorgesetzten in der DDR zu warnen. Zunächst fleht er seine Tante Lenora Rauch, die in der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn arbeitet, an: "Die spielen ein Kriegsspiel", erklärt er, "hier will aber keiner einen echten Krieg riskieren", sagt er ihr verzweifelt am Telefon. Lenora gibt die Information zwar weiter, aber kann sich auch nicht wirklich durchsetzen. Auch sein Kontaktmann Tobias Tischbier, der direkt mit der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn zusammenarbeitet, lässt sich nicht überzeugen. In seiner Verzweiflung sieht Martin nur noch einen Ausweg: "Dann bleibt mir gar nichts anderes übrig, als sie zu warnen!" Er gibt seine Tarnung auf und fleht General Edel an, die Übung abzublasen. Aber auch dieser Versuch schlägt fehl.

Martin Rauch: "Meine Herren, es gibt keinen Angriff"

Die Zeit drängt, denn Martin Rauch muss die HVA davon überzeugen, dass die Amerikaner nicht angreifen werden. Wegen der Aufgabe der Tarnung sind ihm nun die Bundeswehr und der westdeutsche Militärgeheimdienst auf den Fersen. Es beginnt eine nervenaufreibende Flucht quer durch Westdeutschland und ganz knapp schafft es Martin, unerkannt bis über die innerdeutsche Grenze nach Ostberlin zu gelangen. In buchstäblich letzter Sekunde erreicht er das Gebäude der HVA und liefert sich eine Verfolgungsjagd mit den Volkspolizisten, die im Hauptbüro der DDR-Aufklärung endet.

Dort kommt es zum dramatischen Showdown. Martin platzt in das Büro herein, in dem gerade unter dem Namen 'RJAN' der Präventivschlag gegen die BRD geplant wird, und schreit sie an: "Sie machen gerade einen Riesenfehler. Beenden Sie den Fall RJAN!" Walter Schweppenstette, der Martin einst zum Spion gemacht hat, will ihn sofort festnehmen lassen, doch es gelingt Martin, sich Gehör zu verschaffen. "Sie haben mich in den Westen geschickt, um Inforationen zu sammeln und genau das habe ich getan. Sie wollen es ja nur nicht hören", schreit Martin die Spionage-Chefs an. Er macht ihnen klar: "Das sind keine Selbstmörder da drüben. Meine Herren, es gibt keinen Angriff."

Zusätzlich wird der Stasi-Führung eröffnet, dass Schweppenstette den entscheidenden NATO-Bericht gefälscht hatte. Somit schafft es in allerletzter Sekunde mit vollem Einsatz, die Verantwortlichen in der HVA davon zu überzeugen, ihre Erstschlagpläne zu beenden und so die drohende nukleare Eskalation zu verhindern. Damit geht die nervenaufreibende und opferreiche Mission von Martin Rauch als Spion in Westdeutschland zu Ende und er kann endlich zu seiner Familie zurückkehren.