Harald Schindel (58) hat seine wahre Berufung gefunden

Deutscher Politiker startet als Model auf der New York Fashion Week durch

17. Februar 2020 - 14:57 Uhr

Früher spießig, heute cool!

Vor drei Jahren war Harald Schindel noch ein Politiker wie aus dem Bilderbuch. Mehr Klischee ging nicht: Eher bodenständig gekleidet und immer glattrasiert, arbeitete er im Stadtrat von Saarbrücken. Heute verdient er nebenbei gutes Geld als Best-Ager-Model und ist zum Hipster mutiert. Er ließ sich schon für die "Forbes" fotografieren und lief auf der New York Fashion Week.

Doch nicht alle finden sein neues Hobby gut. Sehen Sie im Video, wie unscheinbar der Saar-Politiker früher aussah und wer ihn für seine neue Leidenschaft kritisiert.

Vorsicht vor schwarzen Schafen in der Modewelt

Wie Harald haben viele den Traum, als Model durchzustarten. Die Branche ist sehr schnelllebig und deshalb immer auf der Suche nach neuen Gesichtern. Leider ist es aber nicht immer einfach, in der Modewelt gutes Geld zu verdienen.

Meistens werden die Model-Jobs über professionelle Agenturen vergeben. Sie gelten der Vermittler zwischen dem Model und seinem Kunden. Um in die Modelkartei einer Agentur aufgenommen zu werden ist es notwendig, sich bei einer Agentur zu bewerben. Aber Vorsicht: Eine solche Modelagentur kann im Grunde jeder gründen. Dadurch ist die Gefahr groß, an eine unseriöse Agentur zu geraten, die im Endeffekt nicht das Model, sondern eher sich selbst reich machen will.

Sollten die Agenturen eine Vorauszahlung von dem Newcomer verlangen, unbedingt die Finger davon lassen! Seriöse Agenturen verlangen keine Aufnahmegebühr oder vom Model selbst bezahlte Test-Shootings. Es bietet sich an, vorher unbedingt im Internet nach seriösen und vertrauenswürdigen Agenturen zu recherchieren.

Mode- vs. Werbe-Models

Paris, New York, London: Ist der Wunsch da, als Laufstegmodel zu arbeiten, muss klar sein, dass es häufig strenge Voraussetzungen gibt, die es zu erfüllen gilt. Eigenschaften wie Zielstrebigkeit, Spontanität und Flexibilität muss das Model unbedingt mitbringen. Darüber hinaus: Reise- und Kontaktfreundlichkeit, Umgänglichkeit und Pünktlichkeit sind ebenfalls sehr wichtig.

Wer international durchstarten will, braucht ein tolles Gesicht und die richtige Figur. Auf den internationalen Laufstegen gelten zum großen Teil auch heute noch strikte Maßstäbe. Mittlerweile wird aber ein "Mindest-BMI" gefordert, der ärztlich überwacht wird. Ist ein Model zu dünn, wird es nach Hause geschickt. Im Modelgeschäft gilt häufig: viel harte Arbeit für wenig Geld: Gut bezahlte Jobs sind rar - von den ganz großen Topmodels mal abgesehen. Aber die kann man bekanntlich ja auch an zwei Händen abzählen.

Die TVNOW-Doku "Die düstere Seite der Model-Welt" zeigt auf, die schmutzig die vermeintlich glamouröse Modewelt sein kann und deckt Abgründe des Fashion Business auf.

Das Werbemodel: Verkaufstalente gesucht

Der Traum vieler Models ist es, das Gesicht einer großen Werbekampagne zu werden. Egal ob im Fernsehen oder online: das Gesicht einer ganzen Kampagne zu werden hat viele Vorteile. Nicht nur die Bezahlung ist besser, als im Vergleich zum Modebereich, auch der Bekanntheitsgrad des Models kann durch die Kampagne enorm steigen. Models aus diesem Sektor werden auch als Commercial Models bezeichnet.

Models, die auf dem Catwalk als undenkbar gelten, haben in der Werbeindustrie eine höhere Chance erfolgreich durchzustarten. Ihr Gesicht und ihre Figur können speziell sein, müssen es aber nicht. Meistens entspricht ihr Aussehen dem der gesellschaftlichen Norm. Sie sind natürlich, haben eine gute Figur, sind jedoch nicht zu dünn.

Diversity in der Werbeindustrie

Wichtig ist, dass sich das Model wohl in seiner Haut fühlt. Dem Model muss es egal sein, dass es von tausend Augenpaaren beobachtet wird, während es sich die Beine rasiert oder ein Nutellabrot schmiert. Schließlich soll sich der Kunde mit dem Model identifizieren können und das beworbene Produkt mit der positiven und sympathischen Ausstrahlung des Models in Verbindung bringen.

Die Größe und das Gewicht sind zwar auch in dieser Branche nicht ganz unbedeutend, hier haben aber auch kleinere und Leute und Normalos eine Chance. Beispielsweise setzt die schwedische Modekette H&M schon länger auf Normalo-Ladys und bucht für ihre Werbekampagnen Models mit ganz unterschiedlichen Körperformen.