2018 M12 18 - 12:33 Uhr

Gordon Shumway tritt ins Fettnäpfchen

Wäre seine Argumentation ein Dartpfeil, ginge er wohl daneben. Der deutsche Darts-Experte Gordon Shumway hat sich bei der Live-Übertragung des WM-Spiels der Russin Anastassija Dobromyslowa gegen Ryan Joyce aus England ein paar chauvinistische Sprüche geleistet.

Kommentator-Kollege reagiert mit Kopfschütteln

Frauen bei der PDC-Darts-WM? Für Ex-Darts-Profi Shumway ist klar: "Ich finde, es ist keine gute Idee. Wenn man den Damen eine Plattform geben möchte, dann kann man das anderweitig tun."

Bei der Begründung lehnte sich der 50-Jährige, der sich in Anlehnung an die TV-Person Alf den Künstlernamen Gordon Shumway in seinen Personalausweis eintragen ließ, weit aus dem Fenster: "Bei Bayern München spielt jetzt auch keine Frau mit." 

Mit diesem überschaubar klugen Vergleich stieß Shumway selbst bei Kommentator-Kollege Basti Schwele auf Unverständnis. "Die Argumentation hinkt jetzt aber", versuchte der den drohenden Shitstorm für Sport1 und Shumway einzubremsen.

Wenig später folgt Shumways Entschuldigung

Mit Blick auf die ersten Twitter-Kommentare ruderte Shumway wenige Minuten später kräftig zurück: "Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Mädels und Damen im Dartssport entschuldigen, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt habe."

Dennoch blieb der Ex-Spieler, Schiedsrichter und Autor bei seiner Überzeugung von einer Trennung zwischen Damen und Herren: "Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn die Damen mal eine eigene tolle WM bekommen könnten. Und ich würde mir das wirklich wünschen, dass die Damen dieselbe mediale Aufmerksamkeit bekommen wie die Herren."

Lisa Ashton überzeugt bei den Herren

Lisa Ashton wirft ihren Dart, daneben ihr Gegner Jan Dekker
Lisa Ashton führte in ihrem Match gegen Jan Dekker, am Ende verlor sie knapp
© dpa, John Walton

Bei dem wichtigsten Darts-Turnier des Jahres im Londoner Alexandra Palace waren in diesem Jahr erstmals zwei Startplätze für Frauen reserviert. Für diese qualifizierten sich die Britin Lisa Ashton sowie Dobromyslowa.

Beide Darts-Ladies mussten nach ihrem Auftaktspiel die Heimreise antreten, besonders Lisa Ashton zeigte in ihrer Partie aber, dass die Frauen bei dem Präzisionssport durchaus mit den Männern mithalten können.