Deutscher Buchpreis 2012 geht an Ursula Krechel

12. Februar 2016 - 6:54 Uhr

Für ihren Nachkriegsroman 'Landgericht' hat Ursula Krechel den Deutschen Buchpreis 2012 erhalten. Dies gab die Jury in Frankfurt bekannt. In einer Mischung aus Fakten und Fiktion erzählt die in Berlin lebende 64-jährige Autorin in ihrem Buch die Geschichte eines jüdischen Richters. Nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland kehrt er 1947 in seine Heimat zurück und stößt erneut auf Abwehr. Im nüchternen Chronikstil beschreibt Krechel zugleich den schwierigen Neuanfang nach dem Krieg und die Verdrängung der Nazi-Vergangenheit. Sie betrachte ihr Buch auch "als persönliche Wiedergutmachung an den Opfern", sagte Krechel bei der Preisverleihung.

Krechel hat sich mit 13 Gedichtbänden vor allem als preisgekrönte Lyrikerin einen Namen gemacht. 'Landgericht' ist erst ihr zweiter Roman. Die Schriftstellerin arbeitete nach ihrer Promotion in Germanistik zunächst als Journalistin und Dramaturgin. 1973 ließ sie sich als freie Autorin und Dozentin nieder. Sie lebt in Berlin.