11. Juni 2019 - 14:30 Uhr

Polizei vermutet rassistische Motive für die Prügelattacke

In Canterbury im Südosten Englands ist ein 17-jähriger Austauschschüler aus Deutschland brutal zusammengeschlagen worden. Der Teenager wurde so schwer verletzt, dass er in eine Spezialklinik nach London geflogen werden musste. Dort liegt er im Koma. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Tat einen rassistischen Hintergrund hat. Die Familie des Jugendlichen stammt ursprünglich aus dem Libanon.

Sieben Verdächtige in Canterbury festgenommen

Die Attacke sich bereits am frühen Abend des 6. Juni. Noch ist unklar, wie genau es zu der Prügelei kam. Die Polizei sucht dringend Zeugen. Im Moment gehen die Ermittler davon aus, dass der Austauschschüler von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen wurde.

Kurz nach der Tat nahm die Polizei sechs Jugendliche und einen 44 Jahre alten Mann fest, der unter Verdacht steht, einem der Täter geholfen zu haben. Inzwischen wurden alle Verdächtigen gegen eine Kaution wieder freigelassen und warten auf eine Anhörung. Der deutsche Austauschschüler erlitt bei der Attacke schwere Kopfverletzungen.

Mutter des Schülers flog mit Notfall-Visum nach London

"Wir sind entsetzt über diesen heimtückischen Angriff", sagte Rosie Duffield, eine Parlamentsabgeordnete aus Canterbury. Sie sorgte dafür, dass die Mutter des Schülers schnell nach London kommen konnte, um ihrem Sohn beizustehen. Die Eltern des Opfers haben keinen EU-Pass, darum musste ein Notfall-Visum für die Frau ausgestellt werden. Sie kam am 9. Juni in London an. Im Video erklärt unsere Reporterin, wem sie die unbürokratische Hilfe zu verdanken hat.

"Wir möchten klarstellen, dass Canterbury offen für Besucher ist und dass wir andere Nationen respektieren und bewundern. Wir sind sehr bestürzt über diesen Angriff und möchten der Familie des Opfers so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen", erklärte Duffield. Sie rief die Bevölkerung auf, die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen. Die Universitätsstadt zählt rund 55.000 Einwohner und liegt etwa 38 Kilometer südöstlich von London.