Deutsche WM-Verlierer klagen sich selbst an: Blamage geht "zu 100 Prozent auf Kappe der Spieler"

29. Juni 2018 - 11:33 Uhr

DFB-Team in Russland "brutal gefallen"

Eins muss man den deutschen Nationalspielern zugutehalten: Nach ihrem blamablen Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 haben sie abseits des Platzes eine deutlich bessere Leistung gezeigt als zuvor auf dem russischen Rasen. Nach der Rückkehr nach Deutschland suchten sie gar nicht erst nach Ausflüchten und nahmen das Desaster auf ihre Kappe.

Sami Khedira findet seine "persönliche Leistung unerklärlich"

"Was für eine Katastrophe", postete Jerome Boateng in den sozialen Netzwerken. "Vor vier Jahren waren wir ganz oben - jetzt sind wir brutal gefallen. Das sind die Tage im Leben eines Fußballspielers, für die dich niemand beneidet." Der 29-Jährige versprach aber, dass "wir stark zurückkommen".

Die Spieler würden "diese Blamage zu 100 Prozent auf unsere Kappe nehmen" und hätten "den Ehrgeiz, das wieder gutzumachen", betonte auch Sami Khedira in der 'Bild' und zeigte sich äußerst selbstkritisch. "Meine persönliche Leistung ist mir auch heute noch unerklärlich", sagte der Mittelfeldspieler von Juventus Turin. Er selber brauche nun "etwas Abstand und Ruhe, um das Unerklärliche versuchen erklären zu können".

"Wir haben nicht die Leistung gebracht die wir von uns erwartet haben und ihr von uns erwarten durftet", ergänzte Mats Hummels: "Dieser Stachel sitzt sehr tief und wird auch noch länger schmerzen."

Manuel Neuer: Trainer haben das Team gut eingestellt

Toni Kroos äußerte in einem "schwierigen Moment" Mitgefühl für die Fans und bilanzierte knapp: "Wir waren nicht gut genug in diesem Jahr." Marc-Andre ter Stegen sieht nach dem Vorrunden-Aus bei zwei wichtige Maßnahmen: "Wir müssen viel nachdenken und als Mannschaft miteinander reden." Und: "Wir müssen härter arbeiten, um die Dinge besser zu machen."

Direkt nach der Landung mit dem Verliererflieger in Frankfurt hatte bereits Manuel Neuer die Verantwortung der Spieler für die Turnier-Schmach betont. "Wir sind Mannschaftssportler und sind dafür zuständig, die Leistung auf dem Platz zu bringen, das haben wir nicht geschafft", sagte der DFB-Kapitän. Das Team sei von den Trainern gut auf die WM-Spiele vorbereitet worden. "Wir haben vieles vergeigt, wir haben uns das selbst zuzuschreiben", fand der 32-Jährige die passenden Schlussworte.

Khedira lässt Zukunft im DFB-Dress offen

Das nächste Länderspiel bestreitet der gestürzte Weltmeister am 6. September in München gegen Frankreich im Rahmen der neuen Nations League. Mit welchen Spielern und welchem Bundestrainer, ist offen.

​Auch Sami Khedira weiß noch nicht, ob er dann noch dabei sein wird. "Ich verstehe, dass diese Fragen jetzt kommen. Aber ich muss erst alles aufarbeiten, Erklärungen finden." Er wolle eine solche Entscheidung "nicht aus der Emotion heraus treffen und auch nicht von den beiden Spielen abhängig machen", sagte Khedira.

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